Meinung der anderen

Focus

»Die Kultusminister der 16 deutschen Bundesländer können offenbar nicht rechnen. Ihre Prognose zum Lehrerbedarf der kommenden Jahre scheint – wenn man einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung glauben darf – der Lotterie entnommen«, stellt Gabor Steingart in einem Gastbeitrag fest.

»Bis zum Jahr 2025 rechnete die deutsche Kultusbürokratie mit rund 3,06 Millionen Grundschülern, für die zusätzlich 15.310 Lehrer benötigt würden. Viel zu wenig, sagt die Bertelsmann-Studie. Die Wissenschaftler der Stiftung rechnen hingegen mit einem zusätzlichen Lehrerbedarf an Grundschulen von 26.000 Lehrkräften, ohne dass sie die Annahmen von Klassengrößen, Geburtenrate und dem Tempo der Zuwanderung verändert hätten.

Auch für den Zeitraum von 2026 bis 2031 liegt womöglich eine Fehlkalkulation vor: Die Kultusminister gingen von einem Überschuss aus und rechneten mit 6.750 Lehrern zu viel. Laut der Bertelsmann-Studie werden in diesem Zeitraum jedoch weitere 3.890 Grundschullehrer fehlen.«

Link zum Artikel


Achgut

Pünktlich zur IAA sollen SUVs verboten werden. Die Kombination von Neiddebatte und Klimapanik ist propagandistisch außerordentlich erfolgversprechend. Wenn die Großen dann erledigt sind, kommen die Kleinen dran. Da ist sich Dirk Maxeiner sicher.

»Der schwere Verkehrsunfall in Berlin-Mitte mit vier Toten und fünf Verletzten hat eine Debatte über die sogenannten SUVs ausgelöst, also überdimensionierte Pseudo-Geländewagen, die in Innenstädten das Ego ihrer Besitzer befördern. Die Deutsche Umwelthilfe erklärte nach dem Unfall, ›SUVs haben in unseren Städten nichts zu suchen!‹. Auch der zuständige Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) forderte ein Verbot der vierrädrigen Wuchtbrummen. Er stellt einen Zusammenhang zwischen dem Unfall und der Art des Autos her: ›Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt!‹ SUVs seien ›Klimakiller‹ und ›auch ohne Unfall bedrohlich, jeder Fahrfehler wird zur Lebensgefahr für Unschuldige‹. Das ist natürlich gehobener Blödsinn, der Unfall wäre mit einer schweren Limousine, Marke Berliner Bürgermeister-Dienstwagen, oder einem Lastwagen genauso letal ausgegangen. Will man die auch verbieten?«

Link zum Artikel


Liberale Warte

Mehr noch als an dem aus Londoner Sicht unbefriedigenden Verhandlungsergebnis über den Brexit von Ex-Premierministerin May, scheitert die Lösung an einer zerstrittenen Regierungspartei und einer unentschlossenen Opposition, stellt Ramin Peymani zum »Unruhestifter im Friedensprojekt« fest.

»Nichts hat die Diskussion über die Europäische Union so sehr in unsere Wohnzimmer getragen, wie die unendliche Geschichte vom Austritt Großbritanniens. Noch immer ringt das Vereinigte Königreich um den richtigen Weg. Begleitet von wütenden Tiraden, vernichtenden Untergangsszenarien und jeder Menge wilder Drohungen seitens der kontinentalpolitischen Kaste und deren Hofberichterstatter, hat die britische Regierung einen atemberaubenden Schlingerkurs hingelegt, dem eine Regierungschefin und unzählige Minister zum Opfer gefallen sind. Nun scheint der abschließende Showdown nah, und es ist nicht mehr auszuschließen, dass das Mehrheitsvotum der Briten Makulatur sein könnte, mit dem sie im Sommer 2016 den Auftrag zum Verlassen der Europäischen Union erteilt haben.«

Link zum Artikel

Drucken