Meinung der anderen

Tichys Einblick

Frank Schäffler, ehemaliges MdB für die FDP sowie Gründer und Geschäftsführer der Berliner Denkfabrik »Prometheus – Das Freiheitsinstitut«, erkennt, dass die finanzielle Repression eine viel breitere Dimension als die Enteignung der Sparer durch die Negativ- und Nullzinspolitik der EZB hat.

»Dass die Deutsche Bank und die Sparkassen sich aktuell gemeinsam gegen die Negativzinspolitik der EZB wehren, kommt nicht alle Tage vor. Meist sind die Großbanken und die Sparkassen in Regulierungsfragen nicht einer Meinung. Zu unterschiedlich sind deren Interessen. Vor der heutigen Zinsentscheidung blasen sie dennoch gemeinsam Sturm gegen das Vermächtnis von Mario Draghi, dessen Politik sowohl die Deutsche Bank als auch die Sparkassenorganisation lange Zeit unterstützt haben. Ihr mangelnder Widerstand zu Beginn der Eurokrise 2010 hat mit dazu beigetragen, dass die Politik des billigen Geldes so lange angehalten hat und auf absehbare Zeit fortdauern wird. Insofern tragen die Banken und Sparkassen in Deutschland auch eine Mitschuld an der Entwicklung.

Doch die Kollateralschäden der Geldpolitik der letzten 10 Jahre betreffen nicht nur die Banken und Sparkassen, die nicht vom Fleck kommen und an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, sondern natürlich in erster Linie die Sparer, die ihre Gelder sicher anlegen wollen.«

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Unbesorgt

Auch Wissenschaftler sind nur Menschen und reagieren zutiefst menschlich. Mit Ablehnung, Verdrängung, Empörung und sogar mit Gegenangriffen. Große Schwierigkeiten bekommt man zum Beispiel, wenn man eine der Säulen des Klimaalarmismus unter die Lupe nimmt, erkennt Roger Letsch.

»Nicht wenige Menschen haben die Vorstellung, Naturwissenschaftler seien Teamplayer, die ihr ganzes Leben lang völlig uneigennützig nach neuen Erkenntnissen suchen, originelle oder noch ungedachte Ideen und Arbeiten mühelos veröffentlichen können und es freudig begrüßen, wenn andere Wissenschaftler eines Tages den Beweis führen, dass ihre Arbeit wahlweise völlig nutzlos war oder so gravierende systematische Fehler enthält, dass sie dadurch ebenfalls nutzlos ist. Ganz gleich, ob einem das am Beginn oder am Ende einer akademischen Karriere passiert – es ist verheerend. Nicht nur in der Klimawissenschaft. Und spätestens an dieser Stelle wird man feststellen müssen, dass auch Klimawissenschaftler nur Menschen sind und zutiefst menschlich reagieren. Mit Ablehnung, Verdrängung, Empörung und sogar mit Gegenangriffen. Sie holen ihre ›großen Brüder‹ zu Hilfe, versuchen sich Mehrheiten zusammenzutrommeln und schrecken manchmal sogar vor Tricksereien, Verleumdung und Betrug nicht zurück.«


Frankfurter Allgemeine

Der legalistische Islamismus ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Sein Einfallstor ist die Bildung – sein Ziel die Errichtung eines islamischen Gottesstaats mit friedlichen Mitteln. Davon zeigen sich die beiden Autoren Heiko Heinisch und Nina Scholz überzeugt.

»Mit dem Begriff ›Islamismus‹ verbinden die meisten von uns Bilder von Terroranschlägen, Berichte über Greueltaten des IS, über Sklavenmärkte und schwerbewaffnete, bärtige Männer, die schwarze Flaggen mit Aufdruck des islamischen Glaubensbekenntnisses schwenkend ›Allahu Akbar‹ in die Kameras schreien. Islamismus wird in erster Linie mit Gewalt assoziiert. Auch Angela Merkel vertrat anlässlich des Anschlags auf die Redaktion von ›Charlie Hebdo‹ die Meinung, Islamismus beginne dort, wo Gewalt im Namen der Religion ins Spiel komme.

Diese Sicht verkennt das Wesen von Ideologien, die angetreten sind, die Gesellschaft von Grund auf zu verändern. Die Frage der Gewalt ist dabei immer nur eine taktische. Während der Terror im Fokus unserer Aufmerksamkeit steht, haben sich legalistisch arbeitende Islamisten auf den Weg gemacht, unsere Gesellschaft von innen zu transformieren, während die einen zur Waffe greifen, um ihre Utopie herbeizuzwingen, begeben sich andere auf den berühmten Marsch durch die Institutionen.«

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