Meinung der anderen

Publico

»Sehr viele Medien inszenieren das globale Thema als griffiges Drama: wissenschaftliche Helden gegen ›Leugner‹. Kontroversen unter Fachleuten kommen kaum vor. Ambivalenz gilt als schädlich für die korrekte politische Botschaft«, stellt Alexander Wendt zum »Elend des deutschen Klima-Journalismus« fest.

»Beruht die berühmte und viel zitierte ›Hockeyschläger-Kurve‹ des amerikanischen Klimaforschers Michael Mann auf einer Fälschung? Die Kurve hatte Mann und seine Kollegen Raymond Bradley und Malcolm K. Hughes 1998 schlagartig berühmt gemacht.

Das Trio rekonstruierte damals eine Temperaturkurve von 1998 zurück bis in das Jahr 1400. Über Jahrhunderte blieb der Graph konstant und fiel leicht ab – der Griff des Hockeyschlägers – um mit dem Beginn der industriellen Moderne schlagartig nach oben zu springen – der Schlägerkopf. Im Jahr 2001 stellte das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) den Graph in seinem Bericht prominent heraus, als eingängigen Beleg für eine rasante Klimaerwärmung. Weltweit wurde die Kurve zur leicht verständlichen Chiffre für die aufrüttelnde Klimabotschaft des IPCC.«

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Welt

»Die Modellversuche islamischen Religionsunterrichts in sechs Bundesländern laufen im kommenden Jahr aus. Die Bilanz: Es herrschen Ernüchterung über die anhaltende Ditib-Nähe und Zweifel am Integrationswillen der Schüler«, schreibt Gastkommentator Joachim Wagner und stellt fest: »Die Koranschule ist stärker als jeder Religionslehrer.«

»Religionsunterricht inhaltlich und personell verantworten, ist verfassungsrechtlich garantiert und bisher gesellschaftlich akzeptiert. Diesen sogenannten bekenntnisgebundenen Religionsunterricht haben sechs Bundesländer auch für Muslime und ihre Verbände eingeführt: Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Niedersachsen als befristete Modellversuche, Hessen unbefristet als normales Pflichtfach – in allen Ländern unter Mitwirkung muslimischer Verbände in Beiräten. Mit diesem bekenntnisgebundenen islamischen Religionsunterricht (IRU) verfolgen die sechs Bundesländer zwei ehrgeizige Ziele: Integration fördern und Segregation entgegenwirken.«

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Neue Zürcher Zeitung

»Kleinlaut ist die EU gegenüber Erdogan geworden, der in Nahost gerade einen neuen Flächenbrand anzettelt.« Grund dafür ist nach Ansicht von Daniel Steinvorth der Türkei-Deal, der den Europäern die Migranten vom Leib halten soll, sie aber auch erpressbar gemacht hat.

»Nun hat sie also begonnen, die dritte türkische Invasion in Syrien. Nach den ersten beiden Militäroperationen Ankaras im Nachbarland im Sommer 2016 und im Januar 2018 macht der türkische Präsident Erdogan Ernst mit seiner Drohung, die Region östlich des Euphrats in Nordsyrien zu besetzen und von ›Terroristen‹ zu ›säubern‹. Dieser hoch umstrittene Einmarsch, ermöglicht durch die Erklärung Donald Trumps, den Panzern seines Nato-Alliierten nicht länger im Weg stehen zu wollen, eröffnet eine neue Phase im syrischen Bürgerkrieg. Er wird auch für die Europäer Folgen haben. So mögen diese vielleicht erst nur durch Protestaktionen der kurdischen Diaspora in europäischen Hauptstädten Notiz von den Entwicklungen in Nahost nehmen. Auf längere Sicht aber sind die möglichen Konsequenzen auch für Europa dramatisch: Sie reichen von neuen Flüchtlingswellen bis hin zu einer Wiedererstarkung des ISund damit zu einer erhöhten Gefahr von Terroranschlägen.«

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