Meinung der anderen

BZ

Die Klima-Aktivisten meldeten ihre Aufzüge nicht ordentlich an und brachen damit das Gesetz. Der Innensenator ließ sie gewähren – mit einer fadenscheinigen Begründung, kritisiert Gunnar Schupelius.

»Zehn Tage lang, vom 5. bis zum 13. Oktober, ließen sich etwa 2.000 Klima-Aktivisten neben dem Kanzleramt nieder und schlugen ihre Zelte auf.

Von dort aus blockierten sie Straßen und Brücken und nannten sich ›Extinction Rebellion‹ (›Aufstand gegen das Aussterben‹). Die Polizei duldete die Blockaden und räumte sie erst nach vielen Stunden oder sogar erst nach Tagen weg.

Ist es erlaubt, Straßen und Brücken zu blockieren? Müssen Demonstrationen nicht angemeldet werden? Doch, eigentlich schon.«

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Focus

Eine ins Religiöse übersteigerte politische Korrektheit ist die Krankheit unserer Zeit. Viele Zeitgenossen glauben, den Nächsten nicht lieben, sondern rempeln zu müssen. Scheinbar strafen sie ihn für seine Sprache, in Wahrheit aber für seine Gedanken, die er soeben in Worte zu kleiden versuchte, stellt Gabor Steingart in einem Gastbeitrag fest.

»Das Leitmotiv vieler Zeitgenossen lautet jedoch: Ich will recht haben. Neugier wird durch Haltung ersetzt. Sie betreten das Parlament, den Hörsaal, das TV-Studio oder die Redaktionskonferenz mit dem Vorsatz, den Andersdenkenden misszuverstehen, um den derart Fixierten unverzüglich zu etikettieren und zu stigmatisieren. So hofft man, ihn an Erstellung und Vertrieb einer eigenständigen Denkfigur hindern zu können. ›Besser als jede Maschinenpistole ist das Wort, denn es tötet blutlos‹, fasst ›Zeit‹-Herausgeber Josef Joffe die Geschehnisse auf dem zeitgenössischen Marktplatz der Meinungen zusammen.«

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Tichys Einblick

»Neuerdings wird über ein Zentralbankkonto für Jedermann diskutiert. Es wäre das Zuckerstück bei der Einführung eines digitalen Zentralbankgelds, welches das Bargeld ersetzen soll. Doch nur Bargeld schützt uns vor der nächsten Stufe der finanziellen Repression. »Bargeld ist Freiheit«, so die feste Meinung von Frank Schäffler.

»Wird es in zehn Jahren noch Bargeld geben? Zweifel darf man daran durchaus haben, denn die Währungswelt verändert sich rasant und die Notenbanken geraten zunehmend unter Druck. Dies ist auch dem letzten Notenbanker mit der Ankündigung der ›Facebook‹-Währung Libra klargeworden. Die Digitalisierung macht beim Geld nicht halt. Im Gegenteil. Bis dato gilt das Geldregime der Nachkriegsordnung, bei dem der US-Dollar die Weltleitwährung ist. Daran änderte auch der sogenannte Nixon-Schock nichts: Die plötzliche Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Richard Nixon im August 1971, Dollarreserven anderer Notenbanken würden nicht mehr jederzeit zu einem fixen Kurs in Gold eingetauscht.«

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