Meinung der anderen

BZ

»Das Abschiebegefängnis in Lichtenrade steht praktisch leer. Straftäter und Gefährder, die abgeschoben werden sollen, befinden sich auf freiem Fuß«, kritisiert Gunnar Schupelius.

»In Lichtenrade am Kirchhainer Damm betreibt der Senat eine Abschiebehaftanstalt für ›Gefährder‹. Das sind Islamisten, denen die Polizei einen Terroranschlag zutraut und die deshalb in ihr Heimatland ausgewiesen werden müssen. Als die Haftanstalt vor einem Jahr eröffnet wurde, gab es in Berlin etwa 80 ›Gefährder‹, die Hälfte von ihnen hatte keinen deutschen Pass. Dennoch wurden nur drei in Abschiebehaft genommen. Gegenwärtig sitzt nur noch einer dort.«

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Focus

»AfD-Gründer Bernd Lucke konnte seine Vorlesung an der Universität Hamburg nicht halten und ein linker Mob verhinderte eine Lesung von Ex-Verteidigungsminister Thomas de Maizière in Göttingen. Das sind keine Bagatellen und keine Flegeleien junger Leute – das sind Anschläge auf die Meinungsfreiheit. Allen drei Vorfällen gemein ist das Versagen des Rechtsstaats«, stellt Hugo Müller-Vogg fest.

»Wer darf hierzulande was sagen? Eigentlich jeder alles, sofern er nicht gegen bestehende Gesetze verstößt, niemanden beleidigt, niemanden verleumdet oder den Holocaust leugnet. Eigentlich! Denn nach den Ereignissen der letzten Tage ist das nicht mehr selbstverständlich. Über volkswirtschaftliche Theorien darf nicht sprechen, wer einmal AfD-Vorsitzender war wie der Ökonomie-Professor Bernd Lucke. Nicht über seine Erfahrungen als Innen- und Verteidigungsminister sprechen darf Thomas de Maizière. Nicht über aktuelle politische Themen sprechen darf der FDP-Vorsitzende Christian Lindner. Jedenfalls nicht an der Universität Hamburg oder im Alten Rathaus von Hannover, wenn ein linker Mob das nicht will.«

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Neue Zürcher Zeitung

Für jeden, der sich historisch, philosophisch und dialektisch aktuellen Problemen nähern möchte, hält Christoph Schulte-Richtering in seinem Gastbeitrag »Das empfindsame Fräulein – Greta Thunberg und das Erbe der Aufklärung« zahlreiche Lesefrüchte bereit.

»So unterläuft der Tugend des empfindsamen Fräuleins im 21. Jahrhundert derselbe Fehler wie im 18. Jahrhundert: Sie übersieht, wo der wahre Feind steht, und beginnt alles zu bekämpfen, was nicht deckungsgleich mit dem eigenen Tugendbegriff ist. Im 18. Jahrhundert bekämpft die Marianne zunächst noch den Königshof, dann aber bekämpfen sich schnell die Revolutionäre untereinander, die Jakobiner und die Girondisten.

Und im 21. Jahrhundert geht es längst nicht mehr nur dem bösen Weltkonzern an den Kragen, der seine Giftabfälle höhnisch lächelnd ins Meer verklappt, sondern auch dem ganz normalen Bürger, der doch nur schnell bei Starbucks einen Kaffee holen, sommers in die Ferien nach Mallorca fliegen und samstags mit dem Touran eine Spritztour ins Grüne machen wollte. Vielleicht teilt er sogar die Ziele und Werte des empfindsamen Fräuleins, wird aber durch deren Kompromisslosigkeit auf die Seite des Feindes gedrängt. Die Revolution frisst ihre Kinder.«

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