Meinung der anderen

Neue Zürcher Zeitung

»Das Vertrauen der Deutschen in die Politik schwindet dramatisch. Schuld daran sind nicht zuletzt die Medien, die den politischen Wettstreit auf das Duell zwischen Personen verkürzen. So verkümmert die Debatte um Inhalte. Das fördert den Politikverdruss«, meint Gastkommentator Wolfgang Bok.

»Diese deutsche Befragung schreckt auf. ›In der laufenden Legislaturperiode ist das Zutrauen in die Regierungsleistung und auch die politische Stabilität geradezu erdrutschartig verfallen‹, so resümiert Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach erschrocken die Ergebnisse einer aktuellen Befragung für die ›FAZ‹ (20.11.19). Dass die Koalition aus CDU/CSU und SPD so rapide an Ansehen verloren hat, verwundert ob der Dauerstreitigkeiten nicht. Zur Sorge Anlass gibt hingegen der Befund, dass ›die Unzufriedenheit mit der Regierung zunehmend auch das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates insgesamt unterminiert‹. Den empfindet jeder zweite Befragte als ›schwach‹, besonders in Ostdeutschland.«

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Achgut

»Apologeten der Energiewende wollen noch viel mehr Windräder. Doch je dichter die übers Land verteilt sind, desto mehr bremsen sie sich selbst aus. Der Wind wird regelrecht verbraucht. Das hat auch Folgen fürs Klima, weil bei weniger Wind die Niederschläge abnehmen. Erzeugt die Windkraft womöglich die Dürren, die sie eigentlich verhindern soll? Trotz der weitreichenden Folgen hat das offenbar niemand richtig erforscht«, stellt der promovierte Physiker Peter Adel fest.

»Im Sommer lässt sich der Energiebedarf dann vielleicht mit Solarenergie decken. Dabei gibt es immer noch das Problem, dass Erzeugung und Verbrauch zeitlich nicht übereinstimmen. […] Im Winter ist die Sonneneinstrahlung jedoch etwa um 90 Prozent niedriger als im Sommer. Zusätzlich wird im Winterquartal wesentlich mehr der Energie benötigt. Dies einfach aufgrund des winterlichen Heizbedarfs und der kürzeren Tageslänge. Daher lässt sich der Energiebedarf im Winter nicht annähernd mit Solarenergie decken. Auch (saisonale) Energiespeicher können daran kaum etwas ändern. Abgesehen von möglichen Speicherverlusten, sind die benötigten Energiemengen für einen solchen Ausgleich einfach viel zu groß.

Daher müsste im Winter der Wind einen wesentlichen Teil der benötigten Energie liefern. Üblicherweise geht man davon aus, dass man dafür nur genügend Windkraftanlagen errichten sowie die entsprechenden Stromleitungen bauen muss. Kritiker wenden an dieser Stelle meist ein, dass dafür flächendeckend in ganz Deutschland große Windkraftanlagen mit wenigen Kilometern Abstand gebaut werden müssten. Diese würden aber die Anwohner belasten und die Landschaft verschandeln. Deswegen wäre dies in diesem dicht besiedelten Land nicht umsetzbar. Allerdings gibt es bei diesen Vorhaben noch schwerwiegendere Probleme. Es gibt dafür einfach nicht genügend Wind im Land, und ein solcher Ausbau würde zusätzlich das Klima verändern.«

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Focus

»Die EZB will das Klima mit neuer Geldflut retten – und der deutsche Steuerzahler haftet. Das geheime Drehbuch hierfür ist bereits geschrieben«, warnt Gabor Steingart in einem Gastbeitrag.

»Das Wort ›Ordnungspolitik‹ kann in Brüssel, Berlin und Frankfurt niemand mehr buchstabieren. Die Erinnerung an die segensreiche Wirkung von Wirtschaftswunder-Minister Ludwig Erhard und seine Philosophie von Maß und Mitte ist verblasst.

Der Staat will in der Wirtschaft nicht mehr länger nur der Schiedsrichter sein. Er will mitspielen. Christine Lagarde und Ursula von der Leyen haben den Rasen bereits betreten. Die Europäische Zentralbank in Frankfurt, die Europäische Investitionsbank in Luxemburg und die EU-Kommission in Brüssel verfolgen gemeinsam einen großen Plan, über dessen Risiken und Nebenwirkungen kein nationales Parlament je unterrichtet wurde. Europa will das Weltklima retten – und zwar mit der Notenpresse. Whatever it takes.«

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