Meinung der anderen

Focus

»Im politischen Berlin herrscht ewige Weihnachtszeit. Erschöpft von den internen Rangordnungskämpfen nehmen die Akteure der Großen Koalition die Geräusche einer zunehmend aggressiven Außenwelt nur noch gedämpft zur Kenntnis, wenn überhaupt. Merkel muss nicht bekämpft, sondern nur geweckt werden«, stellt Gabor Steingart in einem Gastkommentar fest.

»Die Bundeskanzlerin, in der Spätphase ihres Schaffens, betrachtet die globalen Konfliktherde in tiefer Teilnahmslosigkeit. Und leise rieselt der Schnee.

Hatte Angela Merkel – die Damalige – den russischen Präsidenten 2015 noch im Kreml heimgesucht und ihm das bis dahin unerfüllte Minsker Abkommen erneut abgerungen, verlegte sich Angela Merkel – die Heutige – beim Ukraine-Gipfel auf eine teilnehmende Beobachtung. Entlang der Frontlinie zwischen russisch-freundlichen Separatisten und Regierungstruppen in der Ost-Ukraine kommt es täglich zu Verstößen gegen die Waffenruhe. Im Donbass rattern die Kalaschnikows. Die Frau im Kanzleramt trägt Ohrenstöpsel.«

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ScienceFiles

»Wem gehört ›dpa‹?« Eine Antwort und eine kurze Studie in Anspruch und Wirklichkeit gibt das kritische Magazin.

»Auf der Seite der dpa steht zu lesen, dass die Agentur 179 Gesellschafter hat, von denen keiner einen Anteil von mehr als 1,5% halten soll. Wie diese Aussage zu den Angaben bei der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich passt, die zeigen, dass ›WDR‹, ›NDR‹, ›ZDF‹ und dpa GmbH deutlich mehr als 1,5% Anteil halten, ist eine offene Frage. Vielleicht kann sich der ›dpa‹-Faktenchecker ja dieser Frage annehmen.

dpa ist eines jener notleidenden Presseunternehmen, denen die Bundesregierung so gerne unter die Arme greifen will. 93 Millionen Euro Umsatz hat die GmbH im letzten Jahr erwirtschaftet.«

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Neue Zürcher Zeitung

Michael Rasch kommentiert Berlins neuen Schildbürgerstreich: »Finanzminister Scholz will im Nullzinsumfeld Aktienanlagen noch unattraktiver machen.«

»Liebe ist es nicht – die Deutschen und der Aktienmarkt sind nie warm miteinander geworden. Zwischen Nordsee und Alpen bevorzugen die Menschen das Sparkonto und andere festverzinsliche Anlagen, die Aktienquoten sind dagegen sehr niedrig. Entsprechend groß ist in Deutschland der zerstörerische Einfluss der Null- und Negativzinsen sowie der damit einhergehende Ausfall des Zinseszinseffekts für Sparer und bei der Altersvorsorge. Konfrontiert mit den Klagen über die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), wies der frühere EZB-Präsident Mario Draghi immer wieder schulterzuckend darauf hin, dass die Deutschen eben ihr Anlageverhalten anpassen müssten. Politiker sollten somit eigentlich darüber nachdenken, den Bürgern den Aktienmarkt schmackhaft zu machen. Doch das Gegenteil ist der Fall.«

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