Meinung der anderen

Neue Zürcher Zeitung

»Das ›Oma-Gate‹ des ›Westdeutschen Rundfunks‹ war kein Ausrutscher. Die größte gebührenfinanzierte Anstalt des Landes begreift sich als weltanschauliche Orientierungsmaschine, die dem Publikum die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben überhaupt erst möglich macht. Ihre Anmaßung ist Programm«, stellt Marc Felix Serrao fest.

»Wer nicht wusste, dass der ›Westdeutsche Rundfunk‹ einen Kinderchor hat, der weiß es jetzt. Die halbe Republik hat inzwischen vermutlich das Video gesehen, in dem die Kleinen ihre und andere Omas zu ›Umweltsäuen‹ erklären, oder zumindest davon gehört. Ebenso kennt man jetzt jenen Mitarbeiter des Senders, der Deutschlands Omas zusätzlich zu ›Nazisäuen‹ gemacht hat. Tausende aufgeregte Tweets, zig politische Stellungnahmen und eine Handvoll mal mehr, mal weniger überzeugende Entschuldigungen später könnte man das ›Oma-Gate‹ getaufte Fiasko als Einzelfall abbuchen. Aber das wäre falsch.

Die Diskussion sollte jetzt erst beginnen. Denn dem ›WDR‹ ist nicht einfach nur ein Fehler unterlaufen. Der Riesensender, mit knapp 4.300 festen Mitarbeitern der größte des Landes, und nach der ›BBC‹, der zweitgrößte des Kontinents, ist selbst ein Fehler. Um das zu erkennen, muss man erst das gebührenfinanzierte System als solches und dann den ›WDR‹ im Besonderen in den Blick nehmen.«

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Focus

Die Schuldenkrise ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Die beiden Bestseller-Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik sind jedoch der Meinung, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sie wieder aufflammt.

»Der Euro kann aus vielen Gründen auf Dauer nicht funktionieren. Er wird lediglich dank irrsinniger Maßnahmen der Notenbank EZB künstlich am Leben erhalten. Der Preis, den wir Bürger der Eurozone für dieses Währungsexperiment bezahlen müssen, steigt kontinuierlich.

Die Kollateralschäden des Experiments Euro werden immer gravierender. Nicht nur monetär, sondern auch politisch und gesellschaftlich. Selbstverständlich werden die Politiker nochmals alles geben, um den Euro am Leben zu erhalten. Was dürfen wir erwarten neben weiteren Abgaben, Rettungspaketen, steigenden Target2-Salden und Krisengipfeln? Hier die Highlights …«

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The European

»Wo bleibt Merkels historisches Verdienst?«, fragt Wolfram Weimer in seinem Beitrag.

»Die Zitterauftritte im Sommer, der Konjunktureinbruch im Herbst, das Taumeln der Großen Koalition, Wahldesaster bei den Landtagswahlen, Machtkämpfe in SPD und CDU, das Auftrumpfen der AfD in Ostdeutschland – vieles fügt sich zu einer Endzeitstimmung um Angela Merkel. Ihr Machtgebälk ist über die Jahre morsch geworden, und die politische Ideenwelt zerfließt ins Ungefähre. Ihre letzte Legislatur wirkt wie eine Abschiedstournee, 2020 wird ihr letztes Volljahr, das gefühlte Ende einer Ära rückt näher. Und so fragen sich viele – was war das eigentlich für eine Kanzlerschaft?«

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