Meinung der anderen

Focus

»Wer die Umfragen der Meinungsforscher zu lesen versteht, der hört: Das Volk ist wählerisch geworden. Die zwei Hauptqualifikationen der Spitzenpolitiker, dran kommen und dran bleiben, empfindet eine Mehrheit nicht nur als unzureichend, sondern als aufreizend«, stellt Gabor Steingart in seinem Gastkommentar fest.

»Nur 27 Prozent der Deutschen empfinden den Klimaschutz als politische Priorität. 73 Prozent geben ein anderes Thema als wichtigstes Problem an. Außerhalb der grünen Wählerschaft (derzeit in Umfragen bei 23 Prozent) stößt der Alarmismus von Politikern (›Klimanotstand‹) und Wissenschaftlern (›Ökozid‹) auf Befremden. Das Volk will der GroKo sagen: Lasst die Kirche im Dorf und die Tassen im Schrank.«

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Achgut-Blog

»In ein realistisches Gesamtbild der afrikanischen Wirklichkeit sollte auch die Tatsache integriert werden, dass viele Staaten für ihre politische und ökonomische Stagnation eine Eigenverantwortung tragen. »Erst wenn es gelingt, ein erweitertes Afrikabild zuzulassen, wird ein kultureller und wirtschaftlicher Transfer möglich, der nicht mehr von untergehenden Booten dominiert ist«, stellt Volker Seitz fest.

»Missstände in der Entwicklungspolitik werden gerne mit einer Soße aus menschenfreundlichen Phrasen übergossen. Auch hier meine ich, dass die Deutschen sich aufs hohe moralische Ross setzen. Es ist an der Zeit, jede Naivität abzulegen und die Dinge substanziell zu hinterfragen. Es wäre eine überaus lohnenswerte Anstrengung, aber leider gibt es kein Interesse dafür, keine Geduld und offenbar auch keine fachliche Kompetenz. Ständig wachsende Geldströme von außen lösen die Armutsprobleme nicht, im Gegenteil. Die Umverteilung von Nord nach Süd zerstört Anreize, verschüttet oft lokale Potenziale und verführt gute Leute dazu, ihr Glück in der Entwicklungshilfe, statt im Unternehmertum zu suchen.

Wir müssen uns Afrika ungezwungener nähern, den Afrikanern zutrauen, dass sie ihre Schwierigkeiten selbst lösen können. Fragen sollten wir uns, in Deutschland, in Europa, warum wir alle so scharf darauf sind, dass Subsahara weiter am Entwicklungstropf hängt. Viele Afrikaner sehen mittlerweile das westliche Gutmenschentum als militanten Egoismus.«

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Freie Welt

Wie sich die Kerntechnik in den nächsten 30 Jahren weltweit entwickelt, zeigt stellvertretend China. »Wohin die Reise geht« und wie unbedeutend Deutschland geworden ist, zeigt Dr. Klaus-Dieter Humpich in seinem Gastbeitrag auf.

»Wieder einmal ein Zeichen, wie unbedeutend Deutschland geworden ist. Bemerkenswert ist dabei besonders, dass China auch keiner Verzichtsideologie anhängt: Der Pro-Kopf-Verbrauch soll nämlich auf 10.320 kWh/a ansteigen (Deutschland in 2014: 7.035 KWh). Um diese Planzahlen zu bewältigen, geht man von einer Steigerung der Reaktoren von 26 GW im Jahr 2015 auf etwa 554 GW im 2050 bei einer Steigerung des Kernenergieanteils an der Stromerzeugung von derzeit 3 % auf dann 28 % aus. Also noch durchaus weit entfernt von dem Anteil von 75 % in Frankreich. Es handelt sich wohl um eine realistische Annahme.

Will man dieses ehrgeizige Ziel erreichen, muss man von jetzt ab jedes Jahr 10 Reaktoren ans Netz bringen. Die Bauzeit für ein Kernkraftwerk beträgt in China 4 bis 5 Jahre. Das bedeutet, man muss gleichzeitig bis zu 50 Baustellen im Griff behalten. Aktuell beträgt die industrielle Kapazität etwa 22 Reaktoren gleichzeitig oder anders ausgedrückt, muss die Kapazität verdreifacht werden, da Exporte auch noch vorgesehen sind. Ob dies gelingt, sei dahingestellt. Entscheidender Engpass sind auch dort die Fachkräfte.«

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