Meinung der anderen

Welt

»4.000 Mauereidechsen könnten das Projekt Stuttgart 21 zu Fall bringen. Die Anforderungen der Naturschützer gleichen einem Kabarettprogramm. Der mit religiösem Eifer betriebene Artenschutz ist Ausdruck von Dekadenz«, findet Rainer Haubrich.

»Aus welchem Kabarettprogramm stammt diese Nummer? 4.000 Mauereidechsen bringen das Projekt Stuttgart 21 doch noch zu Fall – weil ihre geplante Umsiedlung vom früheren Untertürkheimer Güterbahnhof auf ein Ersatzareal nicht die hohen Anforderungen des Artenschutzes erfüllt. Dabei leben allein im Stuttgarter Raum noch stattliche 140.000 Exemplare.

Aber es handelt sich nicht um Satire, es ist wahr. Und die Forderungen der Naturschützer gehen noch weiter. Die Mauereidechse soll sich nicht weiter artfremd vermischen. Die ursprüngliche Population, die auf französische Exemplare zurückgeht, hatte sich mit zugewanderten Artgenossen aus Italien gepaart oder – wie es heißt – mit Exemplaren, die aus dem Stuttgarter Zoo entkamen, wo sie als Lebendfutter dienen (das ist offenbar völlig in Ordnung, unsere Zoos dürfen ja auch lebendige Mäuse an Schlangen verfüttern).«

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»Dr. Alexander Kissler«-Blog

»Marx hat nicht gespendet. Er hat die Mittel anderer Leute, der Kirchensteuerzahler vor allem, verwendet, um auf der Drehbühne des täglichen Moraltheaters ins Scheinwerferlicht der guten Gesinnung zu rücken«, stellt der katholische Journalist Alexander Kissler in einem Beitrag zum Münchner Kardinal Reinhard Marx fest.

»Zum Beispiel hat Reinhard Marx gerade zum dritten Mal 50.000 Euro ›gespendet‹ für die ›Seenotrettung‹ im Mittelmeer. Es waren 50.000 Euro im Oktober 2018 für ›Lifeline‹ – jenen Verein, der gerade bei ›Twitter‹ den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz als ›Baby-Hitler‹ verunglimpfte. Es waren 50.000 Euro Anfang 2019 für ›Sea-Eye‹, und es sind nun 50.000 Euro für das Bündnis ›United 4 Rescue‹, das der Organisation ›Sea-Watch‹ ein Schiff schenken will. Freilich: Marx hat nicht gespendet. Er hat Gelder, die seinem Bistum zuflossen, umgewidmet. Er hat die Mittel anderer Leute, der Kirchensteuerzahler vor allem, verwendet, um auf der Drehbühne des täglichen Moraltheaters ins Schweinwerferlicht [sic] der guten Gesinnung zu rücken. Das ist nicht mutig, das ist wohlfeil. Das ist so phantasielos, dass es kracht. Kein Serienschauspieler, der etwas auf sich hält, kommt heute ohne öffentlich hinaus posaunte Spendentätigkeit aus. Mit dem Unterschied, dass Serienschauspieler das Geld, das sie weiterreichen, zuvor selbst verdienen müssen.«

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Zürcher SonntagsZeitung

»Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor, sagten einst die Römer, und sie haben immer noch recht«, stellt Markus Somm fest. »Die iranischen Theokraten spielen mit dem Krieg, solange sie glauben, damit ihre Ziele zu erreichen. Es war Zeit, sie eines Besseren zu belehren. Der dritte Weltkrieg findet nicht statt, wenn solche Regimes befürchten müssen, ihn zu verlieren.«

»Nachdem die Amerikaner General Qasem Soleimani, einen der höchsten Militärs des Iran, und dessen terroristische Helfershelfer in Bagdad getötet hatten, wurde da und dort bereits der dritte Weltkrieg ausgerufen. Insbesondere in Amerika, wo die meisten Medien inzwischen etwa so objektiv berichten wie seinerzeit die Pressesprecher des Vatikans über Martin Luther, herrschte eine interessante Mischung aus Kriegslust und Apokalypse.

Aber auch die europäischen Journalisten warnten sehr: Ausrufezeichen, düstere Adjektive, schwerwiegende Fragezeichen zerfurchten ihre Texte wie die Sorgenfalten ihr Gesicht. Es war die Stunde der Kriegsexperten angebrochen, wo Leute über Krieg redeten, die schon die Rekrutenschule als unnötiges Massaker empfunden hatten. Angst und Genugtuung zugleich: Hatte Donald Trump, der ungeliebte Präsident der USA, nicht endlich den entscheidenden Fehler gemacht, der all die Prophezeiungen erfüllen würde, wonach dieser grobe Mensch am Ende die Welt in den Ruin führt?«

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