Meinung der anderen

Wirtschaftswoche

Vor den Wahlen zum Europäischen Parlament üben sich deutsche Konzerne in politischem Paternalismus. Nicht nur für die geschulmeisterten Mitarbeiter ist das ein bedenklicher Rückschritt, findet Ferdinand Knauß in seinem Beitrag »Wenn dein Chef sagt, wie du wählen sollst«.

»In einer modernen, fortschrittlichen, emanzipierten, demokratischen Gesellschaft sollte derartiger Paternalismus eigentlich unvorstellbar sein. Was geht schließlich den Chef an, wen ich wähle? Die Wahlen sind schließlich frei und geheim. Auch geht es ihn nichts an, ob ich überhaupt wähle. Die Teilnahme an politischen Wahlen ist schließlich ein Recht, aber keine Pflicht. 101 Jahre nach dem Ende des Kaiserreichs sind heutige Unternehmenslenker offenbar wieder anderer Ansicht. Sie meinen wie die damaligen Gutsherren und Industriemagnaten, dass die Menschen, die für sie arbeiten, einen politischen Rat von ihnen nötig hätten.«

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Neue Zürcher Zeitung

Steve Bannon, der frühere Chefstratege des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, will die politische Landschaft Europas umpflügen und ist sich sicher, dass nach der EU-Wahl jeder Tag in Brüssel »Stalingrad« sein wird.

»Nach der Wahl wird jeder Tag in Brüssel Stalingrad sein. Die Nationalisten werden zusammenarbeiten. Durch die Vernetzung wird etwas möglich sein, was ich ›command by negation‹ nenne: Du kannst deinen Willen nicht durchsetzen, weil du keine Mehrheit hast, aber du kannst Dinge blockieren. Dadurch verändert sich die Situation grundlegend.«

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Junge Freiheit

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) präsentiert sich stolz mit der EU-Flagge. Er stellt sich damit in eine Reihe mit anderen prominenten Politikern, die in die Poser-Falle tappten. Doch wer das »Banner der freien Welt« trägt, den ficht das nicht an, stellt Boris T. Kaiser zu Maas, »einem Außenminister zum neidisch werden«, fest.

»Wenn sich Politiker zu peinlichen Posen hinreißen lassen, gibt es oft eine Teilschuld, die bei ihren Beratern oder den Journalisten liegt, die die Politiker zu solchen Posen ermutigen. Auch für das EU-Flaggen-Foto von Maas könnte es solche fatalen Einflüsterer gegeben haben. Sollte dem so sein, müsste man ihnen in diesem Fall allerdings schon schiere Böswilligkeit unterstellen.«

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