Meinung der anderen

Neue Zürcher Zeitung

»Deutsche Politiker reden über Österreich, als wäre Wien Magdeburg oder Hannover. Die FPÖ dürfte davon profitieren«, findet Hansjörg Müller in einem NZZ-Kommentar.

»Zur Provinz wird Österreich auch in anderer Hinsicht degradiert: Deutsche Politiker scheinen die Ereignisse im Nachbarland vor allem als Hintergrund für den eigenen Wahlkampf zu betrachten. Man schlägt die FPÖ und meint die AfD. Einige in Berlin glauben gar, Wien Direktiven erteilen zu müssen. Andrea Nahles, die Chefin der deutschen Sozialdemokraten, war eine der Ersten, die Neuwahlen forderte. Es reiche nicht, ›nur Köpfe auszutauschen‹, fand auch Annalena Baerbock, die Co-Parteichefin der deutschen Grünen. Straches Eskapade auf Ibiza sei ›keine allein innerösterreichische Angelegenheit‹, sagte Tobias Hans, der christlich-demokratische Ministerpräsident des Saarlandes. Deutsche Spitzenpolitiker redeten über Österreich, als wäre Wien Magdeburg oder Hannover.«

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The European

»Es gab noch nie so viel geistige Unfreiheit nach dem 2. Weltkrieg wie heute«, stellt der Philosoph Norbert Bolz im Gespräch mit dem Debatten-Magazin fest.

»Das ist eine neue Qualität. Es gab noch nie so viel geistige Unfreiheit nach dem 2.Weltkrieg wie heute. Das spüren die jungen Leute, die Karriere machen müssen, um zu überleben. Die Stromlinienförmigkeit wird durch Selbstzensur sehr, sehr früh erzeugt. Es ist ja schon in der Schule so, dass die intelligenten Kinder in Fächern wie Politik, Philosophie oder Gemeinschaftskunde spüren, was der Lehrer gerne hören möchte. Es ist ja nicht so, dass man offen diskutieren könnte.«

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Tagesspiegel

Kriminelle Clans schotten sich seit Jahren ab von der Gesellschaft, die sie umgibt. Endlich hat das jetzt auch der Bundesinnenminister erkannt.

»Die Erwerbsmodelle der Clans sind Gift für diese Gesellschaft: Sie zerstören ein Verständnis von Zusammenleben, das auf Respekt beruht und auf der Achtung der Freiheitsrechte von anderen. Das Gift wirkt auch innerhalb der Familie: bei denen, die gerne andere, legale Wege gehen würden, sich aber von der patriarchalen Herrschaft der Clanchefs aber nicht befreien können.«

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