Meinung der anderen

Neue Zürcher Zeitung

Je grösser die Bevormundung durch den Staat, desto grösser der Widerstand der Bürger: Germanist und Stanford-Professor Russell Berman ist überzeugt, dass in den USA der Aufstand gegen das normierte politische Denken und Handeln begonnen hat.

»Ich meine damit die Kollektivierung bzw. Monopolisierung der Wirtschaft, die Verrechtlichung des alltäglichen Lebens und die Politisierung des Privaten, kurzum: das Schrumpfen nichtverwalteter Lebenszonen. Erstmals seit Langem macht sich eine heftige Reaktion der Bürger gegen diese verwaltete Welt bemerkbar. Was wir hier in den USA erleben, kennen Sie auch in Europa, denken Sie nur an die ›gilets jaunes‹ in Frankreich oder die Populisten in Italien. Gegen die Erwartungen des normierten Denkens würde ich nun eben zugespitzt sagen: Theodor Adorno, dieser Linke, ist der eigentliche Vordenker der ›gilets jaunes‹. Zwar war er selbst gegenüber den aktionistischen Tendenzen der Studentenbewegung höchst reserviert, doch hilft er uns diese Protestbewegung zu verstehen – als Aufschrei gegen Zentralismus, Bevormundung und ENA-Elitismus.«

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Die Freie Welt

Die Bundesregierung bewegt sich mit kleinen Schritten auf die totale Freigabe der vorgeburtlichen Kindstötung zu, stellt die Initiative Familien-Schutz in einem Gastbeitrag fest.

»Die Bundesregierung beabsichtigt, Abtreibung weiter zu enttabuisieren. Das geht aus der Antwort einer kleinen Anfrage zur rechtlichen Dimension des Schwangerschaftsabbruchs hervor. In seiner Antwort betont das Bundesfamilienministerium lediglich die grundsätzliche Strafbarkeit von Abtreibung. Ein grundsätzliches Unrecht aber stellt die vorgeburtliche Tötung offenbar nicht mehr dar.«

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Achgut

Wolfgang Meins zeigt anhand von Australien auf, wie man mit dem »Klima« eine Wahl verliert.

»Auch beim Thema Klimaschutz hat Shorten die Stimmung völlig falsch eingeschätzt, da sind sich nahezu alle Kommentatoren einig. Es gilt vielmehr weiterhin, dass in Australien keine Wahl gewonnen wird, indem man sich gemein macht mit den Klimahysterikern aus den gentrifizierten Stadtvierteln der Metropolen. Die Australier scheinen zwar in ihrer großen Mehrheit damit einverstanden zu sein, sich an die im Pariser Abkommen vereinbarten CO2-Zusagen zu halten. Eine deutliche Mehrheit ist aber ganz offensichtlich nicht bereit, beim sogenannten Klimaschutz weltweit an der Spitze zu marschieren, Politikern einen entsprechenden Blankoscheck auszustellen und damit den Lebensstandard oder gar den eigenen Arbeitsplatz zu gefährden.«

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