Meinung der anderen

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die italienische Regierung denkt darüber nach, eine Parallelwährung zum Euro zu schaffen. Das bringt die EZB in die Bredouille, findet Thomas Mayer in einem Gastbeitrag.

»Der Italiener Claudio Borghi hat vor Jahren die Ausgabe von Staatsanleihen ohne Laufzeitbegrenzung und Verzinsung in kleinen Stückelungen unter dem Namen ›Mini-Bots‹ vorgeschlagen. Seine Absicht war es, eine neue Währung zu schaffen, die parallel zum Euro umlaufen oder den Euro ersetzen könnte. In ihrem Koalitionsvertrag haben die Regierungsparteien Lega und Fünf Sterne die Möglichkeit der Ausgabe solcher Mini-Bots zur Schuldenfinanzierung des Staates vereinbart.«

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Liberale Warte

Ramin Peymani, iranisch-stämmiger Buchautor und Publizist, wertet Joachim Gaucks Plädoyer für mehr Toleranz in Richtung rechts als »späte Erkenntnis«.

»Es ist ein bemerkenswertes Interview des Alt-Bundespräsidenten, das die ›Spiegel‹-Redaktion mit dem Zitat überschreibt: ›Wir müssen lernen, mutiger intolerant zu sein‹. Joachim Gauck wirbt darin für eine offenere politische Debatte. Man müsse nicht immer gleich ›das Höllentor von Auschwitz‹ aufgehen sehen, hatte der frühere Chef der nach ihm benannten Behörde zur Aufarbeitung des DDR-Unrechts bereits im April anlässlich einer Podiumsdiskussion geäußert. Schon das hatte ihm Kritik eingetragen, weil mancher es als Parteinahme für die ungeliebte AfD auslegte. Nun hat Gauck die Debatte neu angestoßen. Es ist eine überfällige Wortmeldung, deren Bedeutung mit Roman Herzogs ›Ruck-Rede‹ aus dem Jahr 1997 vergleichbar ist.«

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Welt

Ausgerechnet in Hochburgen der Grünen ist die Belastung mit Luftschadstoffen höher als in Industriestädten. Eine vernichtende Blamage für die Partei der Stunde. Ihre ökologischen Heilsversprechungen haben sich nicht erfüllt, meint Olaf Gersemann.

»In Stuttgart regiert seit 2011 Winfried Kretschmann, ein Grüner, als Ministerpräsident Baden-Württembergs. Der Regierungspräsident vor Ort heißt seit 2016 Wolfgang Reimer, auch er ist Grüner. Und Fritz Kuhn, seit 2013 Oberbürgermeister der Auto-Stadt, ist es ebenfalls. Grün, wohin man schaut also – und doch bleiben ökologische Heilserwartungen unerfüllt.«

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