Meinung der anderen

Neue Zürcher Zeitung

Einen Deckel über ein Problem zu stülpen, bringt dieses nicht zum Verschwinden. Trotzdem plant die Stadt Berlin, die Mieten für fünf Jahre einzufrieren. Selbst die »guten Vermieter« gehen gegen diese drakonische Maßnahme auf die Barrikaden, stellt Christoph Eisenring zur Berliner Enteignung »light« fest.

»Die Regierung der Hauptstadt Berlin ist stolz: Man betrete mit dem Mietendeckel juristisches Neuland, da es in keinem anderen Bundesland eine ähnliche Regel gebe, hieß es am Dienstag aus dem Senat. Nach dieser dürfen Vermieter ihre Mietzinsen während fünf Jahren nicht mehr erhöhen. Was als Pioniertat dargestellt wird, ist jedoch ein gewaltiger Eingriff in die Vertragsfreiheit und in die Eigentumsrechte. Die Regierung aus Sozialdemokraten, Linken und Grünen versucht so, ihr eigenes Versagen beim Bau neuer Wohnungen für die rasch wachsende Stadt zu kaschieren. Doch selbst die ›guten Vermieter‹ – Genossenschaften und landeseigene Baugesellschaften – lassen an dem geplanten Gesetz kein gutes Haar.«

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Welt

Kanzlerin Merkel will beim Klimaschutz kein »Pillepalle« und hat die deutschen Klimaziele – wieder einmal im Alleingang und ohne Plan – verschärft. Bis 2050 soll Deutschland kein CO2 mehr produzieren. »Wie soll das gehen?«, fragt sich nicht nur Daniel Wetzel.

»Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die deutschen Klimaziele praktisch im Alleingang noch einmal verschärft. Denn hinter ihrer Zusage, im Europäischen Rat für Klimaneutralität bis 2050 einzutreten, wird sie politisch nicht mehr zurückkönnen. Die Frage, was dieses neue Ziel der Klimaneutralität für Europa und Deutschland bedeutet, wurde dabei noch nicht einmal ansatzweise diskutiert oder verstanden.«

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BZ

Der Berliner Senat führt heimlich, still und leise das Gendersternchen ein. Diese Schreibweise ist ein theoretisches Konstrukt und lebensfremd. Man kann es weder lesen noch sprechen, meint Gunnar Schupelius.

»Ist es notwendig und sinnvoll, wegen dieser Wenigen die gesamte Sprache in Schrift und Wort so gravierend zu verändern? Das Sternchen muss nämlich auch als Pause gesprochen werden. Und: Fühlen sich Menschen, die keines der beiden Geschlechter haben, wirklich ausgeschlossen, wenn ihr Geschlecht in einer Ausschreibung nicht explizit genannt wird? Oder umgekehrt: Fühlen sie sich vom Sternchen angesprochen? Wer sich nicht festlegen will, ob er ein Mann oder eine Frau ist, der muss das nicht tun. Er wird aber nicht dadurch diskriminiert, dass es nur weibliche und männliche Wortendungen in Formularen und Amtsbriefen gibt.«

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