Merkels Tanz auf dem Pulverfass

Die spitze Feder aus Sachsen

Johannes Schüller

Die Ereignisse der vergangenen Tage zeichnen ein mehr als bedrückendes Sittenbild deutscher Gegenwart. Am vergangenen Montag hatte ein mutmaßlicher Syrer in Limburg einen Lkw gekapert, raste skrupellos in eine Autokolonne und verletzte neun Menschen. Typisch: Der Brutalo reiste 2015 offenbar als »Flüchtling« nach Deutschland ein. Am Mittwoch drehte dagegen ein irrer, mutmaßlicher Neonazi in Halle völlig durch, wollte eine Synagoge stürmen und dort ein Massaker anrichten. Nur der gottlob amateurhaften Vorbereitung des Killers war es zu verdanken, dass die Besucher des Gottesdienstes verschont blieben. Jedoch erschoss der Einheimische zwei zufällig Anwesende. Deren Angehörige warten indes – ebenso wie die Opfer von Limburg – noch immer auf die glaubhafte Anteilnahme und Unterstützung deutscher Spitzenpolitiker. Doch die münzen indes das persönliche Drama der Opferfamilien von Halle skrupellos in politisches Kleingeld um und warnen stattdessen lieber vor einem angeblichen »Antisemitismus« innerhalb der AfD!

Auch bei uns: Türkisch-kurdischer Konflikt eskaliert

Dass sich die Lage in den nächsten Wochen beruhigt, muss bezweifelt werden. Nach dem höchst umstrittenen Einmarsch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Nordsyrien spitzt sich auch der Konflikt zwischen Kurden und Türken in Deutschland weiter zu. Bereits wenige Stunden nach der türkischen Militäroffensive gab es erste Demonstrationen, im Rahmen weiterer linksradikaler und prokurdischer Kundgebungen kam es teils auch zu brutalen Ethno-Zusammenstößen. So attackierten am Samstagnachmittag in der Nürnberger Südstadt – paradoxerweise im Umfeld einer der sattsam bekannten Demos gegen rechts und unter Anwesenheit Hunderter Kurden – aggressive Männer Mitarbeiter eines türkischen Gemüseladens. »Einer ist mit einem Baseballschläger gekommen und hat meinen Neffen auf den Kopf geschlagen«, berichtete ein schockierter Augenzeuge und Inhaber einer türkischen Gemüsekette laut ›nordbayern.de‹. Der konkrete Tathergang steht noch nicht fest, die brutale Auseinandersetzung steht aber laut bisherigem Stand klar in Zusammenhang mit dem lodernden kurdisch-türkischen Konflikt. »Wir sitzen hier in Deutschland auf einem Pulverfass«, warnt der Politikwissenschaftler und Türkeiexperte Burak Çopur eindringlich!

Verantwortlich sind die Etablierten

Für diese dramatische Entwicklung sind vor allem die ehemaligen Großparteien CDU und SPD verantwortlich. Seit Jahrzehnten befördern sie eine kaum gehemmte Masseneinwanderung nach Deutschland – inklusive Import der damit verbundenen ethnischen Konflikte. Mit ihrer Politik der offenen Grenzen trieb Merkel diese verhängnisvolle Entwicklung 2015 auf die Spitze. Das Ergebnis: eine zunehmende Polarisierung und Radikalisierung verschiedenster Teile der Gesellschaft, die auch eine Atmosphäre permanenter Gewalt befördert. Doch anstatt Selbstkritik zu üben, schlägt das verantwortliche Polit- und Medien-Establishment lieber auf den Seismografen, nämlich die AfD, ein. Wie heuchlerisch!

Johannes Schüller

ist Journalist und Publizist. Er baute zuletzt als Online-Chefredakteur die Netzausgabe der österreichischen Zeitung ›Wochenblick‹ auf. Nach einem längeren Aufenthalt in Österreich lebt er nun wieder in seiner sächsischen Heimat.

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