Polens Premier Mateusz Morawiecki; der kommissarische Ministerpräsident Tschechiens, Andrej Babis; der slowakische Ministerpräsident Robert Fico sowie Ungarns Regierungschef Viktor Orban (Foto von l. nach r.)

»Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«

Kein Mitgliedsland der Europäischen Union hat die Absicht, Deutschlands selbstzerstörerische Migrationspolitik auch nur ansatzweise für das eigene Land in Betracht zu ziehen. Die einen verkünden es seit Monaten offen und unverblümt, wie Polen, Ungarn oder die tschechische Regierung. Dafür werden sie insbesondere von Deutschland an den moralischen Pranger gestellt.

Andere, wie Dänemark oder Österreich und inzwischen sogar Schweden, schließen einfach die Grenzen und betreiben eine konsequente Politik der Abschottung bis hin zur Abschreckung.

Und weitere tun so, als ob sie Merkels Politik mittragen, denken aber ohne ein Wort darüber zu verlieren, wie zum Beispiel Frankreich, überhaupt nicht daran, das zugewiesene Flüchtlingskontingent aufzunehmen.

Deutschlands moralische Keule in Gestalt der Kanzlerin beharrt in ihren jüngsten Einlassungen zu Europas Zukunft darauf, dass jedes Land, das sich der Aufnahme von Flüchtlingskontingenten verweigert, mit finanziellen Strafen belegt wird.

Dabei verkennt sie, blind für Fakten, dass finanzielle Sanktionen zur Lösung der Migrationsfrage eine nachrangige Rolle spielen.

Selbst wenn Ungarn oder Polen von heute auf morgen die ihnen zugewiesenen Flüchtlinge aufnehmen würden, so wären diese innerhalb einer Woche wieder aus diesen Ländern verschwunden. Man braucht nicht zu fragen, wo sie zu suchen wären. Bestimmt nicht in ihrer Heimat, sondern, so sicher wie das Amen in der Kirche, hier in Deutschland. Die sozialen Anreize sind es, die unser Land so attraktiv machen.

Die Bewahrung der eigenen kulturellen Identität ist, anders als seitens der Kanzlerin, für die meisten Länder unverhandelbar. Zudem wird selbstverständlich registriert, dass sexuelle und andere Gewalttaten durch die von Deutschland aufgenommenen Migranten sich vervielfacht haben. Und, vielleicht das Wesentlichste, die Verweigerung eines erheblichen Teils der hier Aufgenommenen, sich unserer Kultur anzupassen.

Wer eine funktionierende Europäische Union für eine gute Sache hält, dem stockt der Atem ob dieser erpresserischen, von Deutschland vorangetriebenen Politik.

Sie trägt den Keim der Zerstörung in sich.

Es hilft nicht, mit Goethes »Erlkönig« zu sagen:

»Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt;
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.«
Wie endet es noch:
»Erreicht den Hof mit Müh und Not,
in seinen Armen das Kind war tot.«

Es bleibt zu hoffen, dass die Europäische Union in ihren Spitzen den Irrweg der deutschen Kanzlerin nicht mitgeht.


Erika Steinbach

war von 1990  bis  2017 Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Sie trat im Januar 2017 aus Protest gegen Merkels Massen-einwanderungspolitik aus der CDU aus.

QUELLEBild: imago
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