»Messermörder Michael«:

Relotius-Pokal für die Messerstatistik-Akrobaten der ›Saarbrücker Zeitung‹

»Die meisten Messerangreifer heißen Michael.« Klingt nach Fake News? Ist es auch. Aber es passt halt so schön ins Weltbild linker Relotius-Journalisten, dass praktisch alle deutschlandweit in diversen Variationen diese Meldung übernommen haben. Und die unvermeidlich peinliche Berliner Staatssekretärin für was auch immer, Sawsan Chebli, frohlockte so prompt wie vorhersehbar: »Kein Ali. Kein Mohamed. Kein Hassan. Kein Abdullah.« Da sind wir aber beruhigt.

Die Vorlage dazu hat die Saarbrücker Zeitung geliefert. Und die hatte sich wiederum eine unglücklich gestellte Anfrage der saarländischen AfD-Landtagsfraktion zunutze gemacht, um sich einen billigen Schenkelklopfer abzuholen.

Die Polizei hatte nämlich im September eine Statistik veröffentlicht, wonach es zwischen Januar 2016 und April 2018 im Saarland 1.490 Messerdelikte gegeben habe, wobei 842 Tatverdächtige deutsche Staatsbürger und weitere 94 EU-Ausländer waren. Macht also immerhin rund 40 Prozent Nicht-EU-Ausländer als Tatverdächtige, eine alarmierende Zahl. Ausländische Personen sind gemessen am Bevölkerungsanteil deutlich überrepräsentiert, besonders Syrer, die allein 122 Tatverdächtige stellen.

Die Landtags-AfD wollte es noch genauer wissen, stellte aber die falschen Fragen. Sie vermutete auch hinter den deutschen Staatsbürgern zahlreiche Tatverdächtige mit »Migrationshintergrund«, fragte aber nicht nach diesem, sondern nach einer »Häufung von Vornamen«. Und da konnte die Landesregierung sich mit einer Liste von Mehrfachnennungen, die aus deutschen Vornamen besteht, aus der Affäre ziehen.

Was für ein Vergnügen für die Abschreiber in den Mainstream-Medien. Dass es in dem Fall nur um die Namen von Messer-Tatverdächtigen mit deutschem Pass ging, haben die meisten um des schöneren Effekts willen in den Schlagzeilen weggelassen und im Text auch unauffällig versteckt.

Dabei hätte es genug gute Fragen zum Recherchieren gegeben. Die Polizeistatistik umfasst nämlich sowohl Straftaten als auch Ordnungswidrigkeiten. Mit dem Gesetz in Konflikt gerät schon, wer außerhalb von Wohnung oder Arbeitsstätte mit einem Einhandmesser oder einem Messer mit einer feststehenden Klinge von mehr als zwölf Zentimetern angetroffen wird. Da reicht dann schon eine Verkehrskontrolle, bei der ein altes Küchenmesser in Kofferraum oder Handschuhfach gefunden wird, um in die Statistik zu rutschen.

Wie sich Messer-Gewalttaten bis hin zu Tötungsdelikten auf der einen Seite und Ordnungswidrigkeiten aufgrund überscharfer Gesetze, bei denen aber niemand zu Schaden kommt, auf die einzelnen Gruppen von Tatverdächtigen verteilen, wäre also eine durchaus wichtige Frage von öffentlichem Interesse. Statt sie zu stellen, haben die »Relotiusmedien« einfach alle Tatverdächtigen zu »Messerangreifern« erklärt, weil sich das ja so schön zur Verharmlosung von Messergewalt durch Merkel-Migranten eignet.

Solche Messerangriffe sind in den Städten Alltag geworden, in der Hauptstadt Berlin geschehen sie nicht selten mehrmals täglich. Das Magazin ›Tichys Einblick‹ hat auf eigene Faust dort recherchiert, wo das Sicherheitsempfinden der Bürger am empfindlichsten betroffen ist. Bundesweit gab es zwischen 2015 und 2018 mindestens 243 Messer-Tötungsdelikte, die von Ausländern begangen wurden. Da das Magazin nur in öffentlichen Quellen publizierte und eindeutig dokumentierte Fälle erfasst hat, liegt die tatsächliche Zahl mit Sicherheit um einiges höher.

Nach den Recherchen von Tichys Einblick liegen Türken, Syrer und Afghanen bei den Messer-Tötungsdelikten an der Spitze. Und: »Der häufigste in den Berichten angegebene Name ist Mohamed, gefolgt von Ahmad, Mehmet.« Wer hätte das gedacht.

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