Eine Hand wäscht die andere: Konstantina Vassiliou-Enz vom Verein »Neue deutsche Medien­macher« stellt mit Staatsministerin Aydan Özoguz (SPD) und Birgit Klesper von der Deutschen Telekom (v.r.) ein neues »Flüchtlings«-Projekt vor
Nicht Opfer, sondern Täter: Der Verein »Neue deutsche Medienmacher« betreibt Lobbyarbeit für Integrationsverweigerung

Der vornehmlich von Türkischstämmigen beherrschte Verein »Neue deutsche Medienmacher« (NdM) kassiert für umstrittene Projekte Steuergelder in Millionenhöhe. Seine Protagonisten zeichnen sich durch einseitige Stellungnahmen zugunsten der Einwanderungslobby aus.

Gegründet im Jahr 2009 zählt der NdM nach eigenen Angaben zurzeit 1.250 Netzwerkmitglieder. Nach Ansicht der NdM spiegle sich die »gesellschaftliche Vielfalt« in der Bevölkerung, nicht in den Medien wieder. Als Begründung dient allerdings keine Auswertung der Berichterstattung in den Leitmedien, sondern eine statistische Angabe: 20 Prozent der Bevölkerung aber nur 5 Prozent der Journalisten hätten einen Migrationshintergrund.

Über Diskriminierung durch die Regierenden können sich die NdM jedenfalls nicht beschweren, im Gegenteil. Sie erfreuen sich höchster finanzieller und ideeller Wertschätzung der Bundesregierung: Aus der Antwort auf eine Anfrage von AfD-Bundestagsabgeordneten (Drucksache 19/5134 vom 18.10.2018) geht hervor, dass seit 2013 Bundesbehörden (z.B. das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Beauftragte der Bundesregierung für Migration und Flüchtlinge sowie das Bundesfamilienministerium) verschie­dene Projekte des Vereins mit insgesamt 2,37 Millionen unterstützt haben. Dabei ist das Haushaltsjahr 2018 noch gar nicht vollständig berücksichtigt. Da die Finanzierung lediglich den Projekten, nicht aber der Vereinskasse direkt zugutekommt, kann die Regierung nach außen den Anschein der Neutralität wahren.

NdM-Vorsitzende Sheila Mysorekar und ihre Vorgängerin Marjan Parvand haben seit 2009 die Ehre, am Integrationsgipfel der Bundeskanzlerin teilzunehmen. Für das 2016 ins Leben gerufene Europarat-Projekt »No Hate Speech Movement« wurden die NdM vom Bundesfamilienministerium (damals geführt von Manuela Schwesig, SPD) für die nationale Koordination beauftragt. Seitdem dürfen die NdM mitbestimmen, was »Hassrede« ist.

Dazu zählen offensichtlich nicht Äußerungen prominenter Vereinsmitglieder. So schob z.B. Hatice Akyün, freie Journalistin türkischer Herkunft, dem Einwanderungskritiker Thilo Sarrazin und Heinz Buschkowsky (beide SPD) eine Mitverantwortung für die NSU-Morde zu. Für Canan Topçu, ebenfalls Journalistin türkischer Herkunft ist bereits die Anpassung eines türkischen Namens an die landestypische Phonetik »zu viel der Integration« (›deutschlandfunk kultur‹ vom 04.10.2013) und eine Anbiederung an Einheimische.

Neueste Kreation aus dem Hause der »Medienmacher« ist die »Goldene Kartoffel« für »besonders einseitige oder missratene« Berichterstattung. Dass nun ausgerechnet ›Bild‹-Chefredakteur Julian Reichelt als Erster mit dieser Auszeichnung beglückt wurde, zeigt, dass die neudeutschen Journalisten selbst vorsichtig-kritische Töne an der Einwanderungspolitik in der ansonsten zeitgeistkonformen Springer-Presse nicht akzeptieren. »Kartoffel« ist übrigens ein unter Orientalen beliebtes Schimpfwort für weiße Deutsche. Ein Schelm, wer
Böses dabei denkt. (mvo)

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