Migration

Hessen zahlt 101.515 Euro pro unbegleiteten minderjährigen Ausländer

Unbegleitete Minderjährige in einer Unterkunft in Wiesbaden (Archivbild): Der Steuerzahler berappt für jeden minderjährigen Migranten in Hessen mehr als einhunderttausend Euro pro Jahr

Für die Unterbringung und Betreuung jedes unbegleiteten minderjährigen Ausländers hat das Land Hessen im vergangenen Jahr durchschnittlich 101.515 Euro pro Jahr bzw. 8.460 Euro Steuergeld pro Monat ausgegeben. Die Kosten summierten sich somit auf mehr als 138 Millionen Euro.

Im Jahr 2018 kostete die Unterbringung pro unbegleiteten minderjährigen Ausländer (umA) in Hessen durchschnittlich 101.515 Euro pro Jahr bzw. 8.460 Euro pro Monat. Das ergab eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Hessischen Landtag. Insgesamt gaben Städte und Landkreise in Hessen 138.263.482,92 Euro für die Unterbringung von 1.362 umAs aus.

»Im Durchschnitt wird in Hessen für ein eingewandertes umA-Kind monatlich mehr als das 41-fache des Kindergeldes ausgegeben. Steht einem umA-Kind 41-Mal so viel Geld zu wie einem Kind, dessen Eltern in Deutschland wohnen?», so der Landtagsabgeordnete Volker Richter, migrationspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Hessischen Landtag. Zugleich seien nach Berechnungen des Kinderschutzbundes rund 4,4 Millionen Kinder in Deutschland von Kinderarmut betroffen. Wie lasse sich das im Zusammenhang rechtfertigen, fragte Dimitri Schulz, stellvertretender migrationspolitischer Sprecher.

Für die Unterbringung wurden Jugendhilfeeinrichtungen belegt sowie Wohnungen angemietet und intensive sozialpädagogische Einzelfallhilfe veranlasst. »Sehr junge minderjährige Ausländer wurden auch in Gastfamilien untergebracht und durch den Pflegekinderdienst betreut», lässt das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) antworten. Hotelunterbringungen mit begleitender ambulanter Jugendhilfe zählten ebenfalls zu den Maßnahmen. Nicht in die Rechnung miteinbezogen sind sechs Landkreise und Städte, die keine Auskunft über die Kosten gaben, darunter Kassel und Fulda. Seit 2014 kostete die Versorgung der minderjährigen Ausländer insgesamt 769 Millionen Euro.

Das Alter der »umAs» wird laut dem HMSI in drei Stufen festgestellt: Erste Stufe: Einsicht in die Ausweispapiere. Stufe 2: Falls keine Papiere vorhanden sind, folgt die Inaugenscheinnahme des umAs. Bei weiteren Zweifeln wird eine ärztliche Untersuchung in Stufe 3 angeordnet. In den hessischen Landkreisen und Städten wurden insgesamt 44 medizinische Altersbestimmungen zwischen 2014 und 2018 durchgeführt, heißt es in der Antwort weiter.

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