Mobbing bei den Linken? Nächste Linke schmeißt hin

Nach dem Rückzug von Linksfraktionschefin Sahra Wagenknecht will auch ihre Vertraute und Stellvertreterin Sevim Dağdelen nicht mehr für den Fraktionsvorstand kandidieren. »Massives Dauermobbing« und ein »feindseliges Klima« aus dem Umfeld der Parteichefs Katja Kipping und Bernd Riexinger werden für den Rückzug von Wagenknecht und Dağdelen vermutet.

Der Haussegen hängt schief bei den Genossen: Nach Sahra Wagenknecht (li.) schmeißt auch die ultralinke Sevim Dağdelen hin

Nachdem Sahra Wagenknecht am Montag angekündigt hatte, im September nicht wieder für den Fraktionsvorsitz anzutreten, hat nun auch Wagenknechts Vertraute und Fraktionsvizevorsitzende Sevim Dağdelen am Dienstag ankündigt, nicht wieder zu kandidieren.

Wagenknecht selbst hatte zwar sowohl bezüglich ihres Rückzugs aus der Spitze der Bewegung »Aufstehen« als auch aus der Spitze der SED-Nachfolgepartei auf gesundheitliche Gründe verwiesen. Nichtsdestotrotz kursieren auch andere, teils brisante Thesen. »Hinter den Kulissen wird sogar von ihren Unterstützern von massivem Mobbing gegen Wagenknecht gesprochen«, erklärte der Leiter des ›ZDF‹-Hauptstadtstudios, Theo Koll, im öffentlich-rechtlichen ›heute journal‹. Auch die ›Bild‹ berichtet davon, dass Wagenknecht als Grund für ihren Rückzug ein feindseliges Klima in der Fraktion, vor allem aus dem Umfeld der Parteichefs Bernd Riexinger und Katja Kipping als mitverantwortlich benannt haben soll. Laut ›Bild‹ wollte Sahra Wagenknecht am Dienstag zwar nicht direkt von Mobbing sprechen, habe diese Interpretation aber auch nicht zurückgewiesen.

»Die Stimmung in der Fraktion ist unerträglich. Der Mobbing-Terror gegen Wagenknecht und Dağdelen geht auf keine Kuhhaut. In der Fraktion ziehen Bernd Riexinger, Katja Kipping, Caren Lay, Anke Domscheit-Berg, Sabine Leidig, Cornelia Möhring und Martina Renner permanent über sie her«, berichtet die Bild-Zeitung am Dienstag nach Dağdelens Ankündigung, nicht mehr Wagenknechts bisheriges Amt kandidieren zu wollen.

Sevim Dağdelen, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion, gehört wie Wagenknecht dem linken Parteiflügel der Partei an. Die 43-jährige Dağdelen, eine der ersten Unterzeichnerinnen des Gründungsaufrufs der »Antikapitalistischen Linken«, gehört zudem mit weiteren Abgeordneten der Linken seit Jahren der vom Verfassungsschutz beobachteten linksextremistischen »Roten Hilfe« an. Die kurdisch-stämmige Dağdelen, die bereits das vierzehnte Jahr ohne jeglichen Berufsabschluss im Bundestag sitzt, unterstützt zudem die als Terrororganisation eingestufte PKK. 2012 hob der Bundestag aufgrund einer Vorlage des Immunitätsausschusses die politische Immunität von Sevim Dağdelen und drei weiteren Abgeordneten der Linken auf. Sie hatten sich 2010 beim Castor-Transport in Niedersachsen an einem Aufruf zum »Schottern« – dem Unterhöhlen von Bahngleisen – beteiligt. Im April 2013 wurde sie deshalb wie auch Inge Höger und Christel Wegner wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Linken-Politikerin gehört ebenfalls zu den Unterstützern der mittlerweile krachend gescheiterten Sammlungsbewegung »Aufstehen«. Die Gründerin der Bewegung, Sahra Wagenknecht, erklärte am Wochenende, nicht mehr an der Spitze des Projekts stehen zu wollen (der Deutschland-Kurier berichtete).

Drucken