Mohammed bleibt beliebtester Vorname in Großbritannien

Mohammed führt bereits seit 2010 die Namensliste in Großbritannien an. Der Name des muslimischen Propheten konnte auch 2019 bislang seine Spitzenposition behaupten und ist der beliebteste Name für Jungen auf der Insel. Aber auch in Berlin führte Mohammed im vergangenen Jahr die Liste der am häufigsten gewählten Vornamen an.

Nach Veröffentlichung der neuesten Statistiken rangiert der Name Mohammed in England und Wales auch dieses Jahr wieder auf Platz 1 der beliebtesten Vornamen für neugeborene Jungen in Großbritannien. Nannten 2009 in England oder Wales Eltern ihre Kinder am liebsten Jack, Harry oder William, so wurden 2010 diese traditionellen Vornamen durch den arabischen Namen Mohammed abgelöst.

Das liege zum einen daran, dass die Statistik erstmals alle Schreibweisen des Namens unter einem Ranking zusammengefasst hat, also auch Mohammod oder Muhammad. In seiner traditionellen Schreibweise würde Mohammed nur auf Platz 16 der beliebtesten Namen kommen, so die ›Daily Mail‹ unter Berufung auf eine Auswertung des Onlineportals Baby Centre. Zum anderen, so ein Vertreter des britischen Muslimrats, liege das auch daran, dass die Eltern immer religiöser werden. Sie wählten den Vornamen Mohammed und seine Varianten aus Verehrung für den Propheten und erhofften sich damit Glück und Wohlstand.

Ende Mai war der britische Komiker und Schauspieler John Cleese für seine wiederholte Aussage, London sei keine britische Stadt mehr, harsch kritisiert worden. »Vor einigen Jahren war ich der Meinung, dass London keine englische Stadt mehr ist. Seitdem haben praktisch alle meine Freunde aus dem Ausland meine Beobachtung bestätigt. Es muss also etwas Wahres dran sein. Ich stelle auch fest, dass London die britische Stadt war, die am stärksten dafür gestimmt hat, in der EU zu bleiben.« Der als Mitglied von Monty Python berühmt gewordene Schauspieler wurde vom Mainstream und Kritikern daraufhin als ein »Rassist, ein Ausländerfeind« und, weil er Großbritannien den Rücken gekehrt hat, als ein »Verräter und ein Heuchler« bezeichnet. Londons moslemischer Bürgermeister Sadiq Kahn betonte daraufhin, die Einwohner der Metropole wüssten, »dass unsere Vielfalt unsere größte Stärke« sei.

»Mohammed« in Bremen, Berlin und im Saarland besonders beliebt

Auch in Deutschland erfreut sich der Name Mohammed immer größerer Beliebtheit. Tatsächlich rangiert der Name des muslimischen Propheten seit 2018 in Bremen auf Platz drei und in Berlin sogar auf Platz eins der Rangliste bei den Erstnamen. Im Saarland, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen landete Mohammed in der Erstnamenliste erstmals unter den Top Ten.

Frauke Rüdebusch, die Jahr für Jahr gemeinsam mit anderen Mitarbeitern der »Gesellschaft für deutsche Sprache« (GfdS) in rund 700 Standesämtern in Deutschland den häufigsten Vornamen ermittelt, möchte ihre Statistik laut der ›Süddeutschen Zeitung‹ selbst nicht interpretieren. »Da halten wir uns bewusst zurück«, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Gabriele Rodríguez, Vornamensgutachterin an der Universität Leipzig, unterscheidet etwa 25 verschiedene Mohammed-Schreibweisen, von denen die GfdS neuerdings zehn zusammenfasst, was den Namen in der Vornamen-Hitliste in einigen Regionen zusätzlich nach oben katapultierte. Auch der »Zuzug von Menschen aus dem arabisch-indischen Raum« hätte an der Platzierung ihren Anteil, so der redundante Hinweis der Forschergruppe.

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