Nach Schiedsgericht-Urteil

AfD lädt Sarrazin zu Parteieintritt ein

Bestseller-Autor Thilo Sarrazin (SPD) mit der stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion Beatrix von Storch: In der AfD würde der SPD-Rebell mit offenen Armen empfangen

Die AfD hat Thilo Sarrazin nach dem Urteil des SPD-Schiedsgerichts zum Eintritt in ihre Partei eingeladen. Wenn die SPD den wegen seiner migrationskritischen Thesen abgestraften Politiker ausschließe, verstoße sie gegen Regeln innerparteilicher Demokratie, erklärte der Berliner AfD-Landesverband. Sarrazin solle gerichtlich dagegen vorgehen. »Alternativ laden wir ihn ein, bei uns mitzuarbeiten.«

Das Parteigericht des Berliner SPD-Kreisverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf hat entschieden, dass der 74-jährige ehemalige Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin aus der SPD ausgeschlossen werden darf. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil begrüßte die Entscheidung ausdrücklich. »Wir sehen uns in unserer klaren Haltung bestätigt: Sarrazin hat mit seinen Äußerungen gegen die Grundsätze der Partei verstoßen und ihr Schaden zugefügt. Rassistische Gedanken haben in der SPD keinen Platz«, erklärte er.

Allerdings ist die Entscheidung des SPD-Parteigerichts in erster Instanz nicht rechtskräftig. Sarrazins Anwalt kündigte noch am selben Tag an, sein Mandant werde Berufung einlegen und notfalls durch alle Instanzen bis zum Bundesverfassungsgericht gehen. Das könnte Jahre dauern – Sarrazin bleibt somit vorerst SPD-Mitglied.

»Die SPD wirft Thilo Sarrazin aus der Partei – und beweist einmal mehr vollständige Ignoranz gegenüber den Problemen der Menschen unseres Landes und denen, die sie ansprechen. Wir würden uns über einen Austausch mit Herrn Sarrazin hingegen sehr freuen!«, so die Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion und Oppositionsführerin im Bundestag, Alice Weidel, auf ›Twitter‹.

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