NGO-Schauspiel

Italien will Migranten von »Open Arms« nach Spanien bringen

Bereits vergangenen Samstag holt die italienische Küstenwache einige Migranten von der »Open Arms«: Schwere Gesundheitsprobleme der »Geretteten« werden nicht festgestellt

Die italienische Regierung will die Migranten des spanischen NGO-Schiffes »Open Arms« mit der Küstenwache nach Spanien bringen. Die Organisation lässt das Angebot jedoch bislang ungenutzt verstreichen und macht gesundheitliche Probleme ihrer Passagiere geltend. Ärzte indes widersprechen der Darstellung der NGO, was den Gesundheitszustand der Immigranten betrifft.

Die italienische Regierung hat angekündigt, die Immigranten vom NGO-Schiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms mit der Küstenwache nach Spanien bringen zu wollen. Die spanische Regierung müsse sich allerdings zuerst bereit erklären, dem Schiff »Open Arms« sofort die spanische Flagge zu entziehen, erklärte Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli noch am Montagabend. »Wir sind bereit, mit unserer Küstenwache alle Migranten, die an Bord der ›Open Arms‹ sind, in den spanischen Hafen zu bringen, der uns zugewiesen wird.«

Die sozialistische Regierung in Madrid hatte zuerst den andalusischen Hafen Algeciras vorgeschlagen. Zu weit entfernt, schallte es von der »Open Arms« zurück. Später bot Spanien Häfen auf den näher gelegenen Balearischen Inseln an. Aber auch dorthin soll das Schiff nicht fahren, so Óscar Camps, der Gründer der Organisation »Open Arms«. Die Besatzung sei mit einer mehrtägigen Fahrt nach Spanien überfordert, er könne nicht für die Sicherheit der Passagiere garantieren. An die Adresse der spanischen Regierung sagte Camps: »Sie soll uns ein Boot schicken, das angemessen ausgestattet ist, um diese Menschen mit der gebotenen Sicherheit in den Hafen zu schicken, den sie für geeignet hält.«

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Für die spanische Vizeregierungschefin Carmen Calvo kommt das bislang nicht infrage. Schon deshalb nicht, weil damit die Migranten auf der »Open Arms« anders behandelt würden als jene, die versuchen, Spanien über die Straße von Gibraltar zu erreichen. Die Organisation habe nicht schlüssig erklären können, warum eine Reise auf der »Open Arms« nach Spanien nicht möglich sei, so Calvo in einem Radiointerview: »Wir haben sie gefragt, ob sie ärztliche Hilfe benötigen oder Treibstoff. Wir haben Angebote gemacht, es sind bereits 24 Stunden nutzlos verstrichen.«

Das Schiff befindet sich seit knapp 20 Tagen auf dem Mittelmeer und harrt dort vor der italienischen Insel Lampedusa aus, um 98 Migranten, die sich noch an Bord befinden, nach Europa bringen zu können. Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte der Organisation das Anlegen verweigert.

»Keine echten Notfälle an Bord der NGO Open Arms«

Die Besatzung der »Open Arms« behauptet, dass die an Bord befindlichen Migranten mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hätten. Wie die Organisation selbst berichtet, wurden nach 13 bereits von Bord gegangenen Personen 9 weitere mit gesundheitlichen Problemen an Land gebracht. Damit wären noch 98 Migranten auf dem Schiff.

»Es gibt etwas, das sehr widersprüchlich ist oder das nicht zusammenpasst, weil von den 13 aus gesundheitlichen Gründen ausgestiegenen Migranten nur einer eine Ohrenentzündung hatte, während es den anderen recht gut ging.« Das habe Francesco Cascio, der Leiter der Lampedusa-Klinik, gegenüber der Zeitung ›Il Giornale‹ berichtet, so ›Tichys Einblick‹. Es habe keine ernsthaften oder gar lebensbedrohlichen Krankheiten gegeben. Also keine, die eine Weiterfahrt direkt nach Spanien unmöglich gemacht hätten, so die Feststellung. Vielmehr scheint die Seenot als Glied der Schleuserkette ebenso wie die Gesundheitsprobleme der »Geretteten« an Bord der NGO-Schiffe inszeniert zu sein. Das politische Ziel des Schauspiels: Die Kampagne gegen Matteo Salvini weiter vorantreiben.

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