Notabriss wegen Einsturzgefahr:

Hochstraßen in Ludwigshafen verrotten

Aus für ein in Europa einzigartiges Verkehrsnetz: Die Hochstraße Süd in Ludwigshafen wird abgerissen

Die Hochstraßen in Ludwigshafen galten einmal als einzigartig in Europa. Inzwischen sind sie so verrottet, dass nur noch ein Notabriss Schlimmeres verhindern kann.

Mit einem kühnen Hochstraßennetz nach US-Vorbild hatte sich das zerbombte Ludwigshafen nach dem Krieg zur »Idealstadt der Zukunft« aufschwingen wollen – zu einer autogerechten Metropole der Geschwindigkeit und des Erfolgs.

Doch nun steht die 170.000-Einwohner-Chemiestadt am Rhein buchstäblich vor den Trümmern ihres kühnen städtebaulichen Projekts: In dieser Woche hat der Notabriss der Hochstraße Süd begonnen, einer der beiden wichtigsten Streckenabschnitte. Dabei waren bis vor Kurzem täglich noch mehr als 60.000 Autos über diesen Teil der Trasse gerollt.

Von einem Tag auf den anderen musste die Industriemetropole, Hauptsitz des weltgrößten Chemiekonzerns »BASF«, eine ihrer wichtigsten Verkehrsadern kappen – akute Einsturzgefahr!

Und ob die neue Ausweichstrecke, die Hochstraße Nord, noch lange durchhält, ist ungewiss. Denn diese ist gleichfalls marode und hätte eigentlich sogar als Erstes abgerissen werden sollen.

Klar ist nur, dass Ludwigshafen und seine Schwesterstadt Mannheim auf der anderen Rheinseite und mit ihnen die gesamte Region im Verkehrschaos untergehen. Die »BASF« warnt bereits vor einer Bedrohung für ihren Standort, weil sie nicht alles auf Schiene oder Rhein verlagern könne.

Derweil für die Gäste nur das Beste!

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