Notre-Dame:

Ein Spiegel Europas

Verheerender Brand in der Kathedrale Notre Dame de Paris am Abend des 15. April 2019

Die Kathedrale Notre-Dame de Paris, die wichtigste Kirche Europas, brannte lichterloh. Viele Stunden schlugen Flammen aus dem Dachstuhl der Kathedrale. Lange war unklar, ob das Bauwerk zu retten ist. Das Feuer zerstörte große Teile eines der wichtigsten Zeugnisse europäischer christlicher Kultur.

Das Ausmaß der Zerstörung ist gewaltig: Nach dem verheerenden Brand in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame bezeichnet ein Feuerwehrsprecher die Schäden als dramatisch. Die Flammen zerstörten demnach weite Teile des Daches und brachten einen Kirchturm zum Einsturz.

400 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen an. In der Nacht sagte Feuerwehrsprecher Gabriel Plus, das Feuer sei »vollkommen unter Kontrolle« und »teilweise gelöscht«. Es gebe aber noch einige Glutnester, die gelöscht werden müssten. Bei dem Großeinsatz wurde ein Feuerwehrmann schwer verletzt.

Die Struktur der gotischen Kathedrale und die Fassade mit den beiden Haupttürmen konnte aber gerettet werden. Präsident Macron sprach davon, dass »ein Teil von uns selbst verbrennt« und versprach einen Wiederaufbau des Gotteshauses.

Noch ist unklar, wie das Feuer entstand. Es ist wohl um 18.50 Uhr im Dachbereich ausgebrochen, wo vorher Sanierungsarbeiten stattfanden. Eine genaue Untersuchung wird die Verantwortung für dieses Desaster aufklären müssen.

Jubel in den sozialen Netzwerken

Spekulationen über Brandstiftung würden sich derzeit verbieten, meint ›Tichys Einblick‹. Indes verweist das Magazin auf einen kürzlich erschienenen Bericht in der FAZ darüber, wie sich Brandstiftungen und Vandalismus in französischen Kirchen häufen. Täglich würden in Frankreich durchschnittlich drei Gotteshäuser beschädigt, und die Täter seien oft genug arabisch-muslimischen Ursprungs. Mal werden Skulpturen zertrümmert, mal ein Altartuch oder eine Türe angezündet. »Von der katholischen Kirche wurden die Vorfälle lange nicht an die große Glocke gehängt«, schrieb die ›FAZ‹ noch in der vergangenen Woche.

Auch am gestrigen Abend, als vor den Augen schockierter Menschen vor Ort das Gotteshaus lichterloh brannte, galt das dem öffentlich-rechtlichen Sender ›ARD‹ offensichtlich nicht als wichtiges Ereignis, um die Sendereihe »Erlebnis Erde« zu unterbrechen und über das Drama zu berichten.

Ebenso unvorstellbar: In den sozialen Netzwerken machte sich Jubel über das Unglück breit. Auf der ›Facebook‹-Seite des französischen Senders France24 herrscht Partystimmung unter der Arabisch sprechenden muslimischen Gemeinschaft: Tausende »Gefällt-mir-Daumen« recken sich in die Luft, Tränen lachende Smileys kommentierten die Bilder der brennenden Kathedrale. »Ich bin sehr glücklich über diese Nachricht«, so eine tiefverschleierte Userin. »Allah est grand«, bemerkt ein Muslim namens Mouara unter dem Live-Video, das die brennende Kathedrale zeigt.

Ein anderer User »bedauert«, dass Notre-Dame brennt. »Doch so viel politische Anteilnahme würde ich mir wünschen, wenn das nächste Mal wieder Menschen im. Mittelmeer ertrinken…Aber eine alte Kirche in Paris ist einen dann wohl doch näher«, stellt Jonas B. fest. »Notre Dame ist ein weiteres Beispiel dafür, wie panisch Weiße werden, wenn Dinge sich verändern«, so ein anderer User.

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