NRW will »Flüchtlinge« als Lehrer einsetzen

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will zur Bekämpfung des Lehrermangels an deutschen Schulen verstärkt Asylbewerber zu Lehrkräften ausbilden. Es gehe darum, »geflüchtete Lehrkräfte« für den deutschen Unterricht zu qualifizieren. Dass die Absolventen der Fortbildung tatsächlich eine Festanstellung als Lehrer bekommen – dafür sorgt zusätzlich das Programm »Seiteneinsteiger« der NRW-Landesregierung.

Eben noch Schüler, bald auch Lehrer? Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen will »Flüchtlinge« im Crashkurs zu Lehrkräften ausbilden

Um den Lehrermangel in Nordrhein-Westfalen zu bekämpfen, will Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) »Lehrer, die aus ihrer Heimat in die Bundesrepublik geflüchtet sind, für den deutschen Unterricht qualifizieren«. Die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte Gebauer, seit 2017 Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen im Kabinett Laschet, reagiert laut der Nachrichtenagentur ›dpa‹ am Mittwoch auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag. Die SPD hatte zuvor kritisiert, die schwarz-gelbe Landesregierung nutze die »kostbare Ressource« von geflüchteten Lehrkräften nicht.

Das wies Gebauer weit von sich. Die Regierung sei sich des Potenzials der »Geflüchteten« vollumfänglich bewusst. So würden die Universitäten Bielefeld und Bochum zum Beispiel das Programm »Lehrkräfte plus« speziell für sogenannte Flüchtlinge anbieten. Neben Intensivsprachkursen werde auch die Möglichkeit eröffnet, über Hospitationen einen Einblick ins nordrhein-westfälische Schulsystem zu bekommen. Zudem überlege die Regierung, die Kurse für Pädagogen aus der EU zur Lehramtsbefähigung auch für Lehrer aus Drittstaaten zu öffnen. Das Projekt sei auf drei Jahre angelegt. Jedes Jahr können sich 25 »geflüchtete Lehrer« weiterqualifizieren. Die Stiftung Mercator, die zu den Unterstützern von George Soros‘ Denkfabrik »European Council on Foreign Relations« gehört, fördert das Programm mit 400.000 Euro. Weitere Unterstützung gibt es von der Bertelsmann-Stiftung und vom NRW-Schulministerium.

»Das ist ein Beitrag zu einer erfolgreichen Integration«, bekräftigt die FDP-Funktionärin. Die Absolventen von »Lehrer plus« sollen später an Haupt-, Real- und Gesamtschulen arbeiten. Dass die Absolventen der Fortbildung dann auch tatsächlich eine Festanstellung als Lehrer bekommen – dafür sorgt zusätzlich das Programm »Seiteneinsteiger« der NRW-Landesregierung.

Es sei aber bereits jetzt schon für Asylsuchende möglich, sich ihre heimischen Lehramtsabschlüsse in Deutschland anerkennen zu lassen, bemerkt NRWs Schulministerin abschließend. Dass die neuen Lehrer »Flüchtlinge« sind, werde zudem als besonders hilfreich empfunden. Denn diese Lehrer bringen ein ganz anderes Verständnis für die Lebenssituation von geflüchteten Kindern mit.

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