OECD-Studie:

Deutschland für ausländische Fachkräfte unattraktiv

Muster einer »blaue Karte«, des Aufenthaltstitels in der Bundesrepublik: Unter qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland ist Deutschland als Arbeitsstandort nicht beliebt

Ausländer studieren zwar gerne in Deutschland. Aber bei der Jobsuche machen ausländische Fachkräfte um Deutschland einen großen Bogen – im Gegensatz zu den »Fachkräften« der Masseneinwanderungskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Für hoch qualifizierte Arbeitnehmer aus dem Ausland ist Deutschland alles andere als eine erste Adresse. Das bestätigt eine neue Studie der »Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung« (OECD). Demnach belegt Deutschland in der Rangfolge der attraktivsten Auswanderungsländer für Fachkräfte mit Masterabschluss oder Doktortitel aus Nicht-EU-Staaten nur den 12. Platz. Die Topplätze belegen Australien, gefolgt von Schweden und der Schweiz. Im vorderen Feld (Platz 7) landen auch die USA. Schlusslicht unter den 35 Staaten, die verglichen wurden, ist die Türkei.

Vergleichsparameter waren u. a. die Qualität der beruflichen Chancen, Bezahlung, Steuern, Zukunftsaussichten und Lebensqualität.

Für Fachkräfte sei außerdem die zügige Visaerteilung ein wichtiger Faktor, aber für viele Hochqualifizierte seien auch die Rahmenbedingungen für Partner und Kinder wichtig, so der OECD-Direktor für Arbeit und Soziales, Stefano Scarpetta.

Die OECD-Studie zeigt ferner, dass Staaten wie Kanada und Australien, die zur Steuerung der Einwanderung auf ein Punktesystem setzen, besser abschneiden als Deutschland.

Zwar orientieren sich viele qualifizierte Zuwanderer mit sehr guten Englisch- oder Französisch-Kenntnissen allein schon der Sprache wegen eher nach Australien, Kanada oder Frankreich. Aber an der Sprache allein kann es nicht liegen. Denn: Die Schweiz, wo Deutsch die meistverbreitete Sprache ist, schneidet bei der Attraktivität für Fachkräfte deutlich besser ab als Deutschland. Ein wichtiger Grund sind höhere Gehälter und niedrigere Steuern.

Die Studie zeigt allerdings auch, dass Deutschland als Zielland für ausländische Studenten sehr wohl verlockend ist. Auf der OECD-Liste der attraktivsten Studienländer belegt Deutschland den dritten Rang hinter der Schweiz und Norwegen. Ein wesentlicher Grund hierfür dürften die vergleichsweise niedrigen Studiengebühren hierzulande sein.

Derzeit haben rund 38.000 Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Staaten in Deutschland einen Aufenthaltstitel als Fachkraft. Die Bundesregierung will künftig allen Fachkräften, die über einen Arbeitsvertrag und eine entsprechende Qualifikation verfügen, die Einreise gestatten. Beschränkungen auf sogenannte Engpassberufe sollen entfallen. Die Arbeitsagentur für Arbeit (BA) soll künftig im Regelfall auch auf die »Vorrangprüfung« verzichten, über die bislang erst geklärt werden musste, ob die Stelle nicht auch mit einem Deutschen oder einem EU-Bürger besetzt werden kann. Außerdem wollen Union und SPD nicht-akademischen Fachkräften die Möglichkeit geben, für eine begrenzte Zeit nach Deutschland zu kommen, um sich hierzulande einen Job zu suchen. Das war bisher Akademikern vorbehalten. (hh)

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