Öffentlich-rechtlicher Rundfunk:

›Mitteldeutscher Rundfunk‹ feuert Uwe Steimle

Rausschmiss: Wegen kritischer Äußerungen will der ›MDR‹ nicht länger mit dem Kabarettisten Uwe Steimle zusammenarbeiten

Der ›Mitteldeutsche Rundfunk‹ (›MDR‹) entlässt den regierungskritischen Kabarettisten Uwe Steimle.

»Nach intensiven Beratungen innerhalb der zuständigen Hauptredaktion und der Programmdirektion Leipzig haben wir uns entschieden, die Sendereihe ›Steimles Welt‹ im kommenden Jahr nicht fortzuführen. Ein wichtiger Punkt in dieser Debatte war die Frage, ob für den ›MDR‹ eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Uwe Steimle weiterhin möglich ist«, sagte Programmdirektor Wolf-Dieter Jacobi in einer Mitteilung des Senders vom Mittwoch.

Jacobi zufolge habe der Kabarettist wiederholt in öffentlichen Äußerungen die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Frage gestellt. So habe er in einem Interview mit der ›Jungen Freiheit‹ im Juli 2018 dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk unter anderem mangelnde Staatsferne vorgeworfen. Was den ›MDR‹ zur öffentlichen Klarstellung provozierte, dass diese Aussage für ihn nicht akzeptabel sei.

Durch diese Aussage habe Uwe Steimle die Glaubwürdigkeit des ›MDR‹ und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschädigt und gegen den Mitarbeiterkodex des ›MDR‹ verstoßen.

Steimle zeigt sich »entsetzt und traurig«

»In mehreren Gesprächen haben wir Herrn Steimle verdeutlicht, dass ein weiterer Verstoß gegen die Regeln des ›MDR‹ Konsequenzen nach sich ziehen wird«, sagte Jacobi weiter. Steimle hat darauf hin in einem Interview mit der ›Thüringer Allgemeinen Zeitung‹ vom 16. November »entsetzt und traurig« darüber gezeigt, dass sich der ›MDR‹ nicht schützend vor ihn stellt.

»Hierzu müssen wir festhalten, dass der ›MDR‹ auch in für Uwe Steimle schwierigen Zeiten, und trotz inhaltlich durchaus fragwürdiger Äußerungen seinerseits, an ihm festgehalten hat. Für uns ist Meinungsfreiheit ein sehr hohes Gut und ein wesentlicher Bestandteil einer Gesellschaft und somit auch des öffentlich-rechtlicher Rundfunks.« Dennoch werfe Uwe Steimle dem ›MDR‹ öffentlich mangelnde Loyalität vor.

Wie die »BILD‹ berichtet war Steimle am Mittwoch zu Programmdirektor Jacobi und Unterhaltungschef Peter Dreckmann zitiert worden. Dort haben man ihm die Entscheidung, die Zusammenarbeit nicht fortzusetzen verkündet.

Steimle im Anschluss zu ›BILD«: »Ich bin maßlos enttäuscht. Meine Sendung war ein Farbtupfer, bildete unserer Lebenswirklichkeit ab. Ich habe meine Arbeit immer ordentlich gemacht. Die Entscheidung erinnert an fatale Zeiten. Man hat seit Wochen einen Grund gesucht, um mich loszuwerden.«

Und weiter: »Man hat versucht, mich in die rechte Ecke zu drängen. Das man so eine Sendung opfert wegen einer Nichtigkeit, zeigt wie wenig Vertrauen man in seine Zuschauer hat.« (fjs)

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