Opportunist Gauweiler

Peter Gauweiler durfte in der CSU nicht einmal stellvertretender Vorsitzender werden: zu eigensinnig, zu klug, zu rechts. Wenn Markus Söder nun ausgerechnet seiner Hilfe im Wahlkampf bedarf, zeigt das, wie groß die Not ist. Und dass Gauweiler tut, was ihm geheißen wird, zeigt, wie groß seine Sehnsucht nach innerparteilicher Anerkennung ist. Dafür nimmt er sogar in Kauf, nicht mehr als klug gelten zu können.

»Wer in Bayern AfD wählt statt CSU, wählt im Ergebnis Rot-Grün!«, hat Gauweiler allen Ernstes posaunt. Wohl kaum, denn wenn die AfD stark wird, schwächt es SPD und Grüne.

 
 
 
 


Wer AfD wählt, der verhindert nur eine weitere CSU-Alleinregierung.

Rot-Grün hat deshalb keine einzige Stimme mehr. Das ist Grundschulmathematik. Die beherrscht auch Peter Gauweiler.

Die CSU ist es, die sich längst auf eine Koalition mit den Grünen vorbereitet. Deshalb ist sie für viele vernünftige Bayern nicht mehr wählbar. Würde die CSU stattdessen Merkel stürzen und eine Koalition mit der AfD zur Rettung Bayerns und Deutschlands vor Masseneineinwanderung, Energiewende und EU-Herrschaft ankündigen, käme sie locker über 40 Prozent und die AfD hätte es ungleich schwerer.

Ob schwarz-grün oder rot-grün oder schwarz-rot-grün: Wo ist der Unterschied? Wer eine andere Politik will, hat nur eine Wahl: AfD.

Das bleibt so, bis die CSU wieder eine andere Politik macht. Anstatt sich dafür parteiintern einzusetzen und Widerspruch zu riskieren, schwimmt Peter Gauweiler lieber mit dem Strom in Richtung Abgrund. Er mag ein kluger Mann sein, aber leider ist er auch ein Opportunist. Und offenbar ist sein Opportunismus größer als seine Klugheit.

Maximilian Krah

war bis 2016 Mitglied der CDU. Der promovierte Jurist ist seit 2018 stv. Landesvorsitzender der AfD Sachsen.

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