Polit-Hollywood

Wie Angela Merkel mal kurz »Staatsoberhaupt« wurde

»Harvard«-Ehrendoktorin Angela Merkel (CDU)

Die Journaille in der Hauptstadt spekuliert derzeit, ob Angela Merkel (CDU) wirklich noch, wie von ihr bekräftigt, bis 2021 Bundeskanzlerin bleibt. Einen regelrechten »Knaller« aber bekamen wieder einmal die Politikexperten von ›Bild‹ mit. Sie beförderten Merkel zum »Staatsoberhaupt«. Anlass war die hollywoodreife Inszenierung an der linksliberalen US-Elite-Universität »Harvard«, die sich nicht entblödete, der deutschen Masseneinwanderungskanzlerin die »Ehrendoktorwürde« zu verleihen.

›Bild.de‹ dichtete über Merkels Besuch in den USA:

»In Deutschland ist sie seit langem hoch umstritten. Doch in den USA wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (64) geradezu verehrt. (…) Einer schwelgte freilich nicht im Lob. Amerikas 45. Präsident Donald Trump. Angeblich hatten sowohl das Kanzleramt in Berlin als auch das Weiße Haus versucht, ein Treffen der beiden Staatsoberhäupter zu arrangieren. Doch dann passte es nicht in den Terminkalender.«

Immerhin merkten die ›Bild‹-Claqueure dann doch noch, dass das deutsche Staatsoberhaupt laut Grundgesetz noch immer der Bundespräsident ist. Der Fehler wurde später, nachdem sich die ersten darüber im Netz lustig gemacht hatten, korrigiert.

Jedenfalls strahlte Angela Merkel über alle Backen. Sogar die Mundwinkel gingen hoch. Es war wie eine Art Polit-Lifting angesichts all der Trübsal im heimischen Berlin, als »Harvard«-Präsident Lawrence Bacow Merkels bisherige Zeit lobte, dass sich die Balken in den ehrwürdigen Mauern in Cambridge bei Boston bogen:

Ihre Amtszeit sei geprägt gewesen von »Pragmatismus und kluger Entschlossenheit«. Ausdrücklich lobte die Universität, die als Kaderschmiede nicht eben der Republikaner gilt, Merkels verhängnisvollen Satz »Wir schaffen das«. Die Entscheidung der Masseneinwanderungskanzlerin, in großer Zahl Migranten und sogenannte Flüchtlinge ins Land zu lassen, habe »ihren Willen gezeigt, für das einzustehen, was sie für richtig halte – auch wenn dies unpopulär sei«.

»Staatsfrau von Weltrang«

Die hollywoodreife Politinszenierung gipfelte in einem Video, in dem die Universität Merkel als »Staatsfrau von Weltrang« feierte. Tatsächlich zeigte der Auftritt einmal mehr, wie hoffnungslos zerrüttet die deutsch-amerikanischen Beziehungen sind. US-Präsident Donald Trump fand keine Zeit für Merkel – und dies, obwohl lange bekannt war, dass die deutsche Regierungschefin im Land sein würde. Nun gut, Trump mag »Harvard« nicht und umgekehrt.

Ein deutscher Regierungssprecher teilte »auf Anfrage« mit, die US-Seite habe zu einem frühen Zeitpunkt wissen lassen, dass Trump an diesem Tag eine Rede vor Absolventen der »Air Force Academy« in Colorado Springs, rund 2.850 Kilometer Luftlinie von Boston entfernt, halten werde. Das sagt doch eigentlich alles! (oys)

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