Politische Hässlichkeit unter dem Deckmantel der Kunst

Froelich & frei

von Tomasz M. Froelich

Eigentlich geht es schon mit den mit Asche geschwärzten Gesichtern der »Künstler« des »Zentrums für Politische Schönheit« (ZPS) los: Wenn Holocaust-Opfern jemand erklärte, er würde sich aus erinnerungspolitischen oder künstlerischen Gründen symbolisch (womöglich gar deren) Asche ins Gesicht schmieren, erschienen unzeitgemäße Körperbestrafungen als Reaktion auf derartige Perversionen fast schon plausibel. Die Visagenasche der »Künstler« soll angeblich als mahnendes Symbol an untergegangene Hochkulturen erinnern. Tatsächlich sind die besagten, sich für intellektuelle Avantgarde haltenden »Künstler« selbst Spiegelbild einer sich im Niedergang befindenden Kultur.

Perverse politische Agitation als »Kunst«

Immer wieder treiben es diese vom Mainstream gehypten »Künstler« des ZPS zu weit: Psychoterror, als vor einiger Zeit über Monate hinweg Björn Höcke und seine Familie observiert wurden und man neben deren Haus eine Miniversion des Holocaust-Mahnmals pflanzte. Grabschändung, als man kürzlich den Grabstein von Franz von Papen entwendete und vor die CDU-Parteizentrale deponierte. Störung der Totenruhe und Leichenschändung, als man zu Monatsbeginn eine »Säule gegen den Verrat an der Demokratie« nach eigener Aussage mit der Asche von Holocaust-Opfern füllte, um ein an die CDU gerichtetes Zeichen gegen eine mögliche Koalition mit der AfD zu setzen, die man mit dem Ermächtigungsgesetz von 1933 verglich. Ob es sich dabei wirklich um die Asche von Holocaust-Opfern handelte, ist zweitrangig. Allein schon die Behauptung, diese Asche verwendet zu haben, ist pietätlos und lässt auf eine zutiefst kranke Psyche deuten.

Diese Politaktivisten nehmen sich alle Narrenfreiheiten, indem sie sie als »Kunst« ausgeben. Das ist clever und dreist: Sie berufen sich auf die »Kunstfreiheit« und sind damit fein raus. Und wer sie dafür kritisiert, wird sofort als großer Zensor verschmäht, der angeblich die Freiheit der Kunst und die Freiheit der Meinung abschaffen möchte, wo es ihm doch in Wirklichkeit nur darum geht, kriminelle politische Agitation, die scheinbar harmlos als »Kunst« daherkommt, als das zu entlarven, was sie ist.

Linke: null Respekt, nur Zerstörung

Derlei Aktionen, wie sie das »Zentrum für Politische Schönheit« regelmäßig durchführt, entsprechen dem Wesen linker Ideologie: kein Respekt vor dem Eigentum. Kein Respekt vor dem Leben. Kein Respekt vor den Toten. Kein Respekt vor der Tradition. Stattdessen: systematische Zerstörung von alledem. Alle linken Ideologien bauen darauf auf, Eigentumsrechte zu zerstören – auch die am eigenen Körper und Leben. Entsprechend gering ist die Hemmschwelle, Aggressionen offen auszuleben und dabei nicht mal ein schlechtes Gewissen zu haben. Unzivilisierte Barbarei, bei der der Zweck die Mittel heiligen soll. Blöd nur, wenn sowohl Zweck als auch Mittel falsch sind.

In Deutschland gesellt sich zu dieser linken Ideologie noch ein Spezifikum: Der Antigermanismus, der eine Folge der charakterwaschenden Re-Education im Nachkriegsdeutschland ist, umfassend in den Büchern von Caspar von Schrenck-Notzing beschrieben. Mit linker Ideologie und Antigermanismus hofft der deutsche Antideutsche seine NS-Neurosen irgendwie heilen zu können. Und ähnelt dabei dann doch so sehr dem, was er voller Inbrunst verdammt.

Meine Abneigung gegen diese Leute könnte größer kaum sein, aber ich käme dennoch nie auf die Idee, deren Gräber oder Leichen zu schänden und dies als Kunst zu bezeichnen, um daraus politisches Kapital zu schlagen. Umgekehrt scheint es sich anders zu verhalten – viele Linke warten offenbar nur auf derlei Gelegenheiten. Übrigens auch im Ausland: Man denke nur an die skandalöse Umbettung von Franco in Spanien.

Gratismutige Künstler voll auf Linie

Das ZPS und »Künstler« ähnlichen Schlages kommen sich mit ihren Aktionen besonders zeitgeistkritisch vor. Dabei ist ihre Botschaft sehr überschaubar und bewegt sich ausnahmslos innerhalb der von der Diskurshegemonie definierten Grenzen des Sagbaren. Konformismus als Existenzprinzip. Der übliche Gratismut, mit dem man gerne wäre, was man nicht ist: nämlich wirklich mutig. Womöglich fußt der in diesen Kreisen übliche Hass auf alles Rechte auf einer Art »Mutneid«. Mutig sind hierzulande Rechte, nicht Linke.

Die Mainstream-Medien sehen das natürlich anders. Sie feiern solche »Künstler« und versehen sie mit heroisch klingenden Attributen: »mutig«, »kritisch«, »tapfer«. Doch allein die Tatsache, dass sie das tun, ist das beste Indiz dafür, dass keines dieser Attribute in Bezug auf die Aschegeschmierten und Konsorten stimmen kann. Attribute, die stimmten, wären: »zeitgeistaffin«, »stromlinienförmig«, »systemkonform«. Und eigentlich auch »feige«. Klingt nicht mehr ganz so rebellisch.

Wirklich kritische Berichte über das »Zentrum für Politische Schönheit« liest man jedenfalls selten. Und falls doch, so enthalten diese selbst bei krassen Unverschämtheiten wie den zuvor genannten immer noch eine wohlwollende Note – es ist wie mit kleinen Kindern, die man bei einem Lausbubenstreich ertappt hat, auf die man aber nicht wirklich böse sein kann. Die Infantilisierung des Politischen trägt sicherlich mit dazu bei, dass skandalöses Verhalten, das in einer reifen Gesellschaft eigentlich geächtet werden müsste, entschuldigt wird, sofern die politische Haltung der Unmanierlichen stimmt. Die richtige Haltung ist entscheidend: Man stelle sich nur einmal vor, die Identitäre Bewegung hätte die Totenruhe von Holocaust-Opfern gestört und Gräber oder Leichen geschändet. Die Berichterstattung auf ›arte‹, ›3sat‹, bei »ttt – titel, thesen, temperamente« und anderen Formaten des Gutmenschen-Fernsehens wäre aus Sicht der Protagonisten wesentlich unvorteilhafter ausgefallen – so verlangt es eben die Hierarchie der Täter.

»Künstlerkollektive« wie das »Zentrum für Politische Schönheit« reproduzieren den linken Zeitgeist auf eine besonders abscheuliche Weise. Und das Traurige: Nennenswerte oppositionelle Künstler gibt es hierzulande kaum. Es ist wie in einem totalitären Staat..

Tomasz Froelich

1988 geboren und aufgewachsen in Hamburg. Studium in Wien. Politischer Berater in Brüssel. Stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Alternative für Deutschland.

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