»PSA«-Chef warnt:

CO2-Ziele der EU treiben Autobauer in den Bankrott!

Die glänzende Fassade auf der IAA täuscht: Eine verantwortungslose Politik stürzt die Automobilindustrie in Deutschland in eine gewaltige Krise

Die von der EU vorgeschriebenen Grenzwerte für Kohlenstoffdioxid (CO2) werden in der Automobilbranche zu Firmenpleiten führen. Davor hat der Chef des französischen Autobauers »PSA« (früher »Peugeot«), Carlos Tavares, gewarnt.

Er sagte zum Auftakt der »Internationalen Automobilausstellung« (IAA) in Frankfurt: »Ich wäre überrascht, wenn wir angesichts des Ausmaßes der bevorstehenden Veränderung nicht ein paar Insolvenzen sehen würden.«

Hintergrund der zunehmenden Verunsicherung in der Branche ist: Das Europäische Parlament hat scharfe Grenzwerte für Kohlenstoffdioxid-Emissionen beschlossen. Diese gelten allerdings nicht für einzelne Fahrzeugmodelle, sondern für den durchschnittlichen CO2-Ausstoß der gesamten Flotte eines Herstellers. Die CO2-Reduktion soll dazu beitragen, die Pariser Klimaziele zu erfüllen.

Auch beim Stuttgarter Autobauer »Daimler« werden die von Brüssel vorgegebenen Werte kritisch gesehen. Die Pkw-Tochter »Mercedes-Benz« könne mit ihrem Angebot an rein elektrischen Modellen und Hybridfahrzeugen die Ziele zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes zwar erreichen, erklärte »Daimler«-Chef Ola Källenius. Aber man könne den Kunden nicht vorschreiben, was sie kaufen sollen. »Die Jahre 2020 und 2021 stellen eine erhebliche Herausforderung dar«, warnte Källenius.

Im nächsten Schritt der EU-Klimaschutzvorschriften für die Autoindustrie soll der CO2-Ausstoß im Schnitt auf 95 Gramm je Flottenkilometer gesenkt werden. Die Hexenjagd auf die Autohersteller von linksgrünen Politikern und sogenannten Umweltverbänden werde jedoch nicht zu einer weiteren Verschärfung der Grenzwerte oder gar zu einem festen Ausstiegsdatum für Verbrennungsmotoren führen. Diese zuversichtliche Einschätzung von Managern war auf der IAA unter Hinweis darauf zu hören, dass Europa ohnehin die schärfsten Klimaschutzziele für die Automobilindustrie weltweit habe.

Die Automobilbranche steht in Folge der Weltkonjunkturflaute ohnehin stark unter Druck, was bereits zu Massenentlassungen und Insolvenzen von Zulieferern geführt hat. Der Deutschland Kurier berichtete mehrfach (s. z.B. hier, hier und hier). (hh)

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