Putschgerüchte in der SPD

Schulz will Nahles stürzen

Die Wahlnacht von Sonntag auf Montag – es könnte eine Nacht der langen Messer werden. In der SPD verdichten sich Putschgerüchte.

Für die Europawahl am Sonntag sehen Umfragen die Sozialdemokraten klar unter 20 Prozent und hinter den Grünen auf Platz drei. Auch in der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl kommt die SPD, wie berichtet, nicht vom Fleck. Und in Bremen, wo zeitgleich mit der EU-Wahl eine neue Bürgerschaft gewählt wird, könnte die SPD ihre jahrzehntelange Regierungsbeteiligung verlieren.

Vor diesem Hintergrund machen in Berlin Putschgerüchte gegen die SPD-Parteivorsitzende und Fraktionschefin im Bundestag, Andrea Nahles, die Runde. Wie das in linksgrünen Angelegenheiten immer gut informierte Relotius-Magazin ›Spiegel‹ am Freitag unter Berufung auf übereinstimmende Angaben aus Parteikreisen berichtet, soll Parteichefin Nahles ihren Vorgänger Martin Schulz wegen eines möglichen Putschversuchs zur Rede gestellt haben. Demnach konfrontierte die SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende Schulz damit bei einem Vieraugengespräch Ende vergangener Woche.

Laut ›Spiegel‹-Bericht sagte Nahles sie habe gehört, dass Schulz sie an der Fraktionsspitze ablösen wolle. Dieser habe zwar akute Putschpläne bestritten, nicht aber seine grundsätzlichen Überlegungen. Schulz habe im Gespräch mit Nahles ein Szenario entworfen, zitierte das Magazin die Parteikreise, wonach sie wieder das Arbeitsministerium übernehmen könnte, um öffentlich mit einem klaren Thema punkten zu können. Fraktionssprecherin Lena Daldrup wollte sich dazu nicht näher äußern, Schulz und Nahles würden regelmäßig miteinander reden – »aber nicht über den Inhalt der Gespräche«. (lol)

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