Qualifikation von Flüchtlingen – Bundesagentur für Arbeit hatte über Niedrig-Qualifikation der Migranten bereits seit 2015 Kenntnisse

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hatte bereits im Herbst 2015 Kenntnisse über die niedrige Qualifikation der Migranten. In einer neunseitigen Übersicht mit dem Titel »Flüchtlinge in Deutschland – Verantwortung ergreifen, Chancen erkennen« konnte man auf Seite 3 die seinerzeit erfolgte Prognose der Qualifikation von arbeitslosen Flüchtlingen lesen:

81 % seien ohne formale Qualifikation
11 % kommen mit beruflicher Ausbildung
8 % hätten eine akademische Ausbildung

Die Broschüre ist datiert vom 2.10.2015 und wurde durch den Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit im Internet veröffentlicht. Bemerkenswerterweise wurde das Dokument schon nach wenigen Stunden wieder gelöscht.

Der Verwaltungsrat ist immerhin das Gremium, das den Vorstand bei der Aufgabenwahrnehmung überwacht und wichtige Impulse zur weiteren Entwicklung der BA gibt.

Die ›Bild‹ berichtete jüngst sehr prominent auf der Titelseite über das Faktum, dass die Anzahl der arbeitssuchenden Flüchtlinge ohne Schulabschluss vermutlich weitaus höher sei, als derzeit offiziell durch die BA angegeben. Diese spricht nur von knapp 30 Prozent arbeitssuchenden Flüchtlingen mit geringer Qualifikation.

Bei einer Überprüfung der Bildungsabschlüsse durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) sei aufgefallen, dass knapp 500.000 Arbeit suchende Migranten, also rund 25 Prozent der Personen, keine Angaben gemacht hatten. Es sei zu vermuten, dass diese Personen die Angabe verweigerten, weil sie in Wahrheit keinen Abschluss haben. Das BIBB kommt auf folgende Zahlen:

69 Prozent der Ausgewanderten haben in ihrem Heimatland keine formale berufliche Ausbildung durchlaufen, 80 Prozent haben keinen Berufsabschluss.

Der eigentliche Skandal ist jedoch die Dreistigkeit der Bundesagentur für Arbeit, die bereits seit Beginn der Zuwanderung vorliegende Erkenntnisse verschleierte und die Statistik mit einem Trick beschönigte.
Die Konsequenz solcher Täuschungsmanöver ist verheerend für das Vertrauen in unsere Demokratie und unseren Sozialstaat: So konnten sich zahlreiche Mythen, wie die der »Facharbeiter« oder auch »bestausgebildetste Zuwanderung«, die seinerzeit durch die Medien geisterten, die Bevölkerung erreichen. Sehr viele nahmen das für bare Münze.
Eines ist deutlich erkennbar und nicht mehr zu marginalisieren: die immer wieder gebetsmühlenartige Wiederholung, dass die Zuwanderer stabilisierend für die Zukunft unserer sozialen Sicherungssysteme seien, erweist sich vor dem Hintergrund dieser Daten als Schimäre.

Zwangsläufig ist davon auszugehen, dass ein sehr erheblicher Teil der Zuwanderer über lange Zeit von Sozialleistungen abhängig sein wird und kaum in unseren hoch qualifizierten Arbeitsmarkt integrierbar ist.


Erika Steinbach

ist seit 1990 Abgeordnete im Deutschen Bundestag. Sie trat im Januar 2017 aus Protest gegen Merkels Masseneinwanderungspolitik aus der CDU aus.

Drucken