Razzia in elf Städten gegen irakische Rocker-Gang in Nordrhein-Westfalen

Spezialkräfte der Polizei ermitteln gegen Muslim-Rocker in NRW (Symbolbild)

Hunderte Polizisten durchsuchen in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Häuser und Wohnungen in elf Städten. Die Ermittlungen richten sich gegen eine irakische Rocker-Gang. Die Gruppe soll nicht nur in Waffen- und Drogenhandel verstrickt sein, sondern auch als Schleuserring agieren. Eine Gruppierung nennt sich »Krieger Muhammads«.

Mit einem Großaufgebot geht die Polizei in Nordrhein-Westfalen seit dem frühen Morgen gegen die irakische Rockerorganisation »Al-Salam-313« vor. Der Einsatz richte sich gegen 34 Beschuldigte der Organisation, so eine Sprecherin der Essener Polizei, die die Razzia gemeinsam mit der Essener Staatsanwaltschaft leitet. Mehrere Hundert Einsatzkräfte durchsuchen Wohnungen in Essen und zehn weiteren Städten, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei in Essen laut übereinstimmenden Medienberichten mit. Der Schwerpunkt der Maßnahmen liege im Raum Köln und dem Ruhrgebiet.

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Wie die ›Bild‹-Zeitung berichtet, stehen 43 Objekte im Fokus der Ermittler. Über 500 Beamte sollen im Einsatz sein, darunter Spezialeinheiten und Fahnder des Staatsschutzes. Neben dem Handel mit Waffen und Betäubungsmitteln gehe es vor allem um gefälschte Ausweise und Schleuserkriminalität, so der Polizeisprecher. Haftbefehle seien bislang nicht vollstreckt worden. Weitere Angaben machte er zunächst nicht. Der Großeinsatz soll nach Polizeiangaben bis in den Nachmittag hinein dauern.

Nach Informationen der ›Bild‹-Zeitung steht die irakische Rocker-Gruppierung im Verdacht, Milizen in ihrer Heimat mit illegalem Geld unterstützt zu haben. Einzelne Mitglieder sollen früher Beziehungen zur Leibgarde von Saddam Hussein unterhalten haben. Auch Kontakte zur amtierenden irakischen Regierung werden der Gruppe nachgesagt. Ob dabei auch terroristischen Gruppen geholfen wurde, sollen jetzt die Durchsuchungen klären. In der Vergangenheit sollen die Rocker in Auseinandersetzungen mit Mitgliedern libanesischer Clans verwickelt gewesen sein.

Sie nennen sich »Krieger Muhammads«

In Essen soll laut der ›Bild‹-Zeitung die Wohnung von Mohammed M. von Beamten des SEK durchsucht worden sein. M. selbst bezeichnet sich als »World-Präsident« der »Al-Salam«-Rocker, auf dem Rücken ihrer Kutten prangt die Zahl »313«. Die Zahlenkombination habe eine religiöse Bedeutung. So glauben Schiiten (muslimische Glaubensrichtung vornehmlich im Iran), dass der verborgene Imam Muhammad al-Mahdī einst mit 313 Gefährten auf die Erde zurückkehren wird. Mahdi heißt Erlöser, er wird also als eine Art Messias im Islam angesehen. Ein Ermittler: »Sie nennen sich deshalb auch Gefährten oder Krieger Muhammads.«

Was die irakischen Rocker in Deutschland planen, das sei trotz langwieriger Ermittlungen bislang nicht klar. Die aufwendigen Durchsuchungen und die Sicherstellung von Beweismaterial sollen laut Medienberichten nun Aufschluss darüber geben, was hinter dieser streng organisierten und abgeschotteten islamischen Organisation steckt.

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