Rekordverlust durch Nullzins

Deutsche Sparer verlieren in einem Jahr fast 40.000.000.000 Euro!

Seit Jahren läuft in Europa eine große und systematische Geldentwertungsaktion durch die Europäische Zentralbank (EZB) unter der Leitung ihres Präsidenten Mario Draghi. Finanzexperten sind sich einig:

Die Politik der Europäischen Zentralbank vernichtet immer mehr Sparguthaben

Angesichts der Billionen-Schuldenberge europäischer Staaten und Unternehmen wird es auf absehbare Zukunft keine Realverzinsung von Geldvermögen mehr geben – jedenfalls so lange nicht, wie die Euro-Gemeinschaftswährung existiert. Die Nullzinsphase sei keineswegs nur eine Notwendigkeit zur Bekämpfung der Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 gewesen, heißt es am Markt. Sie habe vielmehr System und wurde gemacht, um die überschuldeten Euro-Länder (v. a.  Frankreich und Italien) vor dem Staatsbankrott zu retten. Sie sollen sich über die Nullzinspolitik und die damit einhergehende Inflation langfristig, d. h. an Sankt Nimmerlein, entschulden.

Parallel dazu mehren sich die Anzeichen, dass die von der EU für »beendet« erklärte Griechenland-Krise zurückkehrt. Die EU-Finanzminister zögern laut ›Reuters‹ mit der Auszahlung einer weiteren Kredittranche in Höhe von 750 Millionen Euro für das hochverschuldete Land. Es sei zu früh, um das Geld sofort freizugeben, sagte Wirtschafts- und Finanzkommissar Pierre Moscovici diese Woche in Brüssel.

Angesichts der europaweit einbrechenden Konjunktur sehen Ökonomen mit Sorge, dass die Zinssenkungsspielräume der EZB zur Stimulierung der Nachfrage buchstäblich auf null geschrumpft sind. Aber EZB-Chef Draghi hat sein Pulver längst noch nicht verschossen. Die These, die EZB könne bei der sich abzeichnenden Rezession nicht mehr handeln, weil Kredite nicht mehr billiger werden könnten, ist nur bedingt richtig.

Was Draghi noch immer kann und nach Überzeugung von Marktexperten auch machen wird, ist Geldschöpfung. Auch wenn die EZB ihr Staatsanleihen-Programm zurückfährt, die EZB hat noch immer eine Kugel im Lauf, die allerletzte: Sie kann direkt virtuelle Kredite an Banken zu Nullzinsen vergeben, sodass DIESE dann Staatsanleihen kaufen können. Die EZB muss also nicht einmal neue Euroscheine bis zum Abwinken drucken. Denn: Staatsanleihen und elektronische Milliardenkredite der Notenbank an Zombie-Banken erfüllen den Zweck ebenso. Sie entsprechen dem Gebrauch der Notenpresse in früheren Zeiten.

Die Folgen dieser Politik bekommen deutsche Sparer von Jahr zu Jahr schärfer zu spüren:

2018 mussten sie wegen der Nullzinspolitik einen neuen Rekordverlust von 38,9 Milliarden Euro hinnehmen, bilanziert der »Bundesverband Investment und Asset Management e. V.« (BVI). Lebensversicherte sehen den Wert ihrer zusätzlichen Altersversorgung mit jedem Standschreiben schwinden.

Dazu passt: Deutsche Banken erschweren systematisch Geschäfte mit Bargeld, berichten die »Deutschen Wirtschaftsnachrichten«. Der Grund: Wegen der Niedrigzinspolitik der EZB können die Institute mit Bargeld kaum noch Profite erwirtschaften oder sie müssen wegen der Strafzinsen sogar Verluste mit der Bereitstellung von Girokonten hinnehmen. Die Banken in Deutschland würden deshalb ihre Anstrengungen verstärken, Geschäfte mit Bargeld durch Berechnung hoher Gebühren unattraktiv zu machen. Bargeldeinzahlungen auf fremde Konten sind laut dem Bericht nur noch bei der »Postbank« möglich – gegen eine horrende Gebühr von 15 Euro!

Schon droht der nächste Hammer! Warum nicht einfach den Kurs des Bargeldes im Verhältnis zu Sparguthaben senken? So könnte verhindert werden, dass Kunden ihre Ersparnisse plündern, sollten auch Sparguthaben mit Negativzinsen belegt werden. Nein, es ist kein verfrühter Aprilscherz – darüber wird beim »Internationalen Währungsfonds« (IWF) bereits diskutiert.

Ein untrügliches Indiz dafür, wohin die Reise geht, ist das derzeit zu beobachtende Comeback des Goldpreises als bewährter Vermögensschutz in Krisenzeiten. Die Feinunze legte seit Herbst um 100 Dollar zu und dotierte heute (13.03.19) Vormittag bei 1.308 Dollar. (hh)

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