Revolutionsfeiern im Iran

1979 ist das »1968« der Islamisten

Beginn einer blutigen Epoche: “Revolutionsführer” Ayatollah Chomeini bei seiner Ankunft in Teheran am 2. Februar 1979

Im Iran haben die Feiern zum 40. Jahrestag der »Islamischen Revolution« begonnen. Wer die Geschichte des islamischen Terrorismus zurückverfolgt, wird immer wieder auf das Jahr 1979 stoßen.

Das Jahr 1979 markiert den Beginn des islamischen Terrorismus

Seit 40 Jahren befindet sich ein ganzes Volk in Geiselhaft eines barbarischen Mullah-Regimes. Seit 40 Jahren ist der Iran der weltweit führende Exporteur des islamistischen Terrorismus. Was in Deutschland den in die Jahre gekommenen Linksideologen das Jahr »1968« bedeutet, das ist Islamisten in aller Welt ihr »1979«.

Es gibt viele Schicksalsjahre in der jüngeren Weltgeschichte – von der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo über die Oktober-Revolution in Russland 1917 und die Machtergreifung Hitlers 1933 bis zum Fall der Berliner Mauer im November 1989 und »9/11« in den USA. Jedes dieser Jahre hat auf seine Weise die Welt dramatisch verändert. Mit dem Jahr 1917 verbindet sich der weltpolitische Aufstieg des Kommunismus, mit dem Jahr 1989 sein Zusammenbruch kurze Zeit später. Das Jahr 2001, als am 11. September in New York die Zwillingstürme des World Trade Centers fielen, markiert den Beginn eines heute andauernden »Krieges gegen den Terror«.

Doch es gibt noch ein weiteres Jahr, das der Weltgeschichte seinen Stempel aufdrückte: 1979. Der Philosoph Peter Sloterdijk nannte dieses Jahr das »Schlüsseldatum des späteren 20. Jahrhunderts«.

In Großbritannien wurde Margaret Thatcher Premierministerin, der neue Papst Johannes Paul II. reiste nach Polen, die Vereinigten Staaten entkamen in Harrisburg nur knapp einer Nuklearkatastrophe und die zweite Ölkrise bescherte Europa eine tiefe Rezession. Noch immer war die Welt von der Konfrontation zweier ideologischer Blöcke geprägt. Doch die Sowjetunion zeigte bereits deutliche Zerfallserscheinungen, die sich nach der verhängnisvollen Fehlentscheidung, im Dezember 1979 in Afghanistan einzumarschieren, noch beschleunigen sollten.

Das schicksalhafteste Ereignis 1979 aber war der 2. Februar, als der islamische »Religionsgelehrte« Ayatollah Chomeini aus dem Pariser Exil nach Teheran zurückkehrte. Das Datum markiert den Beginn einer blutigen Epoche: Im Iran selbst durch brutale Anwendung der Scharia – erst dieser Tage wurde wieder ein Homosexueller öffentlich gehängt – und außerhalb durch den Export des schiitischen Terrors in alle Welt, auch nach Europa.

Allein im Jahr 2017 wurden im Iran über 500 Menschen hingerichtet

Noch dieser Tage bekräftigte der iranische Brigadegeneral Hossein Salam, das Ziel des Iran sei die Vernichtung Israels. Aber nicht nur Israel ist im Visier der Mullah-Diktatur. Deren »Revolutionsgarden« heißen nicht aus Zufall islamische und nicht iranische Revolutionsgarden. Der Terror des Iran beschränkt sich nicht auf Israel – Ziel ist die Vorherrschaft in der gesamten islamischen Welt. Auch Europa ist nicht sicher.

Im vergangenen Jahr konnten mehrere Anschläge in Europa, die nach Geheimdiensterkenntnissen dem Iran zuzuordnen waren, verhindert werden. Wie viele noch geplant sind, weiß niemand. Fest steht: Die »Revolutionsgarden« sind die mächtigste Terrororganisation der Welt. Hinter ihnen steht mit dem Iran ein ganzer Staat, mit all seinem Geld und seinem Einfluss.

Der deutsch-israelische Politologe Arye Sharuz Shalicar, der als Jugendlicher in Berlin selber zur Zielscheibe von Juden-Hass wurde, kritisiert die Appeasement-Politik der Bundesregierung gegenüber dem Terror-Regime in Teheran:  »Ich halte die Politik der Bundesregierung für sehr problematisch und das nicht nur wegen der Vergangenheit Deutschlands, sondern auch wegen seiner Zukunft: Deutschland sollte nicht gemeinsame Sache mit einem Terrorstaat machen und nicht mit Politikern kuscheln, die Homosexuelle aufhängen, Frauen ins Gefängnis werfen, weil sie ihre Haare nicht vollkommen bedecken, und jede Opposition brutal unterdrücken. Die Bundesregierung glaubt, man könne den Iran durch eine ausgestreckte Hand besänftigen – und das, obwohl das Regime ja in den vergangenen 40 Jahren ganz offen gezeigt hat, was seine Ziele sind: Die Ausbreitung eines fundamentalistischen Islams, die Vernichtung Israels und der Kampf gegen den Westen.«

Shalicar erinnert daran, dass alle Anlagen, die der Iran zum Bau der Atombombe braucht, noch existieren. Teheran habe das ganze System lediglich auf »hold« gestellt: »Wer glaubt, das Thema sei beendet, irrt sich.«

Zwar ist der Iran infolge der westlichen Sanktionspolitik wirtschaftlich schwer angeschlagen und innenpolitisch brodelt es gewaltig; aber niemand sollte an der Entschlossenheit des Regimes zweifeln, das System mit aller Gewalt zu verteidigen. Die Islamische Republik mag zwar an ihrem 40. Geburtstag im Inneren stark geschwächt sein; aber allein schon wegen seines außenpolitischen Schwergewichts ist der Iran keineswegs am Ende. Der militante Islamismus (Terrorismus), gefördert durch den »Revolutionsexport« der Mullahs, ist ungebrochen.

Shaul Shay, Forschungsleiter des Instituts für Politik und Strategie am israelischen Forschungsinstitut IDC Herzliya und ehemaliger stellvertretender Leiter des Nationalen Sicherheitsrates Israels, warnt: »Seit 2017 scheinen die terroristischen Aktivitäten des iranischen Regimes auf europäischem Boden zu steigen.«  Dank guter Arbeit der Nachrichtendienste hätten die jüngsten terroristischen Anschläge des Iran nicht zu schweren Verlusten geführt, jedoch seien diese Anschläge »nur die Spitze des Eisbergs«. Die jüngsten iranischen Terroranschläge in Europa seien vielmehr »eine Warnung und ein Weckruf an die Regierungen in Europa, um die Appeasement-Politik gegenüber dem iranischen Regime zu überprüfen«.

Um seine Terroroperationen durchzuführen, nutzt der Iran ein weltweites Netzwerk. Die Spuren von vielen im Zusammenhang mit Terroranschlägen in europäischen Städten verhafteten Personen führen laut Geheimdienstinformationen nach Teheran.

Shaul Shay: »Die Bemühungen des Iran, Einfluss auf den Westbalkan und dessen Regierungen auszuüben, stellen eine ernsthafte Sicherheitsbedrohung dar.« Der Iran nutze »Soft Power«, um seinen Einfluss vor allem auf dem Balkan durch wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Beziehungen zu erhalten und auszubauen. Der Iran unterstütze Zentren für Religionswissenschaft und NGOs auf dem Mittelmeer, um den Islamismus weiter nach Westeuropa zu tragen. »Die europäischen Länder müssen sich der potenziellen Bedrohung durch schiitische Dschihadisten und der Radikalisierung muslimischer Jugendlicher in Europa durch die schiitische Revolutionsdoktrin bewusst sein«, mahnt der israelische Terrorforscher.

Während die Spannungen zwischen dem Iran, Israel und den USA  wieder zunehmen und die fragile innenpolitische Situation im Lande selbst sich verschärft, stellen die vereitelten Angriffe in Europa nach Geheimdiensterkenntnissen eine Bereitschaft des Mullah-Regimes zur außenpolitischen Eskalation dar. Der Bundesnachrichtendienst (BND) sieht in verschiedenen Terroranschlägen auf europäischem Boden seit 2012 eindeutig die Handschrift Teherans. Auch Asylbewerber werden nach BND-Erkenntnissen für Geheimdienstmissionen und Terroranschläge rekrutiert.

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Epilog: Laut »Amnesty International« wurden 2017 mindestens 993 Menschen weltweit hingerichtet – davon mindestens 507 im Iran. (oys)

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