Rezession erreicht Arbeitsmarkt

Zahl der Erwerbslosen steigt sogar im Mai

Wirtschaftskrise: Die Zahl der Arbeitslosen steigt

Normalerweise legt die Zahl der Beschäftigten im Mai deutlich zu. Inzwischen aber hat die Rezession auch den Arbeitsmarkt erreicht.

Im Mai stieg die Zahl der Arbeitslosen überraschend um 7.000 auf 2,236 Millionen gegenüber dem Vormonat. Das teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch in Nürnberg mit. »Auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich erste Auswirkungen der zuletzt etwas schwächeren konjunkturellen Entwicklung«, sagte BA-Chef Detlef Scheele. »Die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern schwächt sich auf hohem Niveau merklich ab.« Die Arbeitslosenquote blieb allerdings unverändert bei 4,9 Prozent.

Klammert man jahreszeitliche Schwankungen aus, stieg die Arbeitslosenzahl von April auf Mai laut BA sogar um 60.000. Erwartet worden war eine Abnahme um 8.000. Saisonbereinigt war es der erste Anstieg seit zwei Jahren.

Forschungsinstitute und die Bundesregierung hatten in den vergangenen Monaten ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr gesenkt. Die Bundesregierung rechnet nur noch mit einem Plus von 0,5 Prozent, nach 1,4 Prozent 2018. In dieser Prognose sei allerdings eingepreist, »dass sich am Arbeitsmarkt etwas tut«, sagte BA-Chef Scheele.

Auch an der Börse macht sich der weltweite wirtschaftliche Abschwung bemerkbar: Die Risikoscheu der Anleger nimmt wieder zu. Bei Börsenbeginn am Mittwoch rutschte der Dax deutlich unter die runde Marke von 12.000 Punkten.

Zuletzt stand er mit 11.910,36 Punkten knapp 1 Prozent tiefer. Kursverluste an den Börsen in New York und in Asien färbten ab. Einmal mehr geht die Furcht um vor einer Eskalation im Handelsstreit zwischen China und den USA. (hh)

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