Schlägerei im Ankerzentrum

Abschiebungen werden geprüft

Nach der Massenschlägerei unter Merkel-Gästen in Deggendorf: Es bleibt abzuwarten, ob Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) seine Ankündigung – »Die Täter müssen mit der vollen Härte des Rechtsstaats rechnen« – auch umsetzt

Nach den massiven Ausschreitungen am Ankerzentrum im bayerischen Deggendorf am Dienstagabend wird die Abschiebung von mehreren beteiligten Asylbewerbern aus Nigeria und Aserbaidschan geprüft. Bayerns Innenminister Herrmann (CSU) ruft nach der »vollen Härte des Rechtsstaates«.

Am Dienstagabend gab es vor dem Ankerzentrum in Deggendorf eine massive Schlägerei. Nach Angaben der Polizei stritten sich etwa 20 bis 30 Personen aus Nigeria und Aserbaidschan lautstark vor dem Gebäude. Es kam zu Handgreiflichkeiten, Steine flogen. Mindestens zehn Personen wurden laut Polizei verletzt, darunter drei Wachleute und zwei Polizisten. Zahlreiche Polizisten der umliegenden Dienststellen sowie die Bereitschafts- und Bundespolizei waren vor Ort. Sechs Asylbewerber wurden in Gewahrsam genommen, heißt es dazu laut übereinstimmenden Medienberichten. Die Kriminalpolizei ermittelt nun unter anderem wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung sowie Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte.

Aktuell werde die Abschiebung von mehreren beteiligten Asylbewerbern geprüft, heißt es dazu weiter. Das bayerische Landesamt für Asyl übernehme die Koordinierung, teilte das Innenministerium am Donnerstag in München mit. »Die Täter müssen mit der vollen Härte des Rechtsstaats rechnen«, so Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).

Bereits im vergangenen Monat lösten rund 50 Personen, überwiegend aserbaidschanischer und nigerianischer Herkunft, einen größeren Polizeieinsatz vor dem Deggendorfer Ankerzentrum aus. Durch eine Demonstration mit Sitzblockade behinderten sie den Verkehr und wollten so ein Gespräch mit Vertretern des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erzwingen. Einige Asylbewerber attackierten jedoch nach stundenlangem Alkoholkonsum den Sicherheitsdienst und die Beamten der Bereitschaftspolizei. Im Juni war es in einer Außenstelle der Einrichtung bereits zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Hierbei wurden fünf Polizisten verletzt. Auch das Ankerzentrum im bayerischen Donauwörth ist regelmäßig wegen Gewaltexzessen der Bewohner in den Schlagzeilen. Im Februar 2018 brachten Asylbewerber in der Stadt den Zugverkehr zum Erliegen. Im November desselben Jahres eskalierte der Streit um ein Brötchen. Mitte Juli dieses Jahres zertrümmerte ein Afrikaner dort mehrere Autos.

Drucken