Schleuserkriminalität: Nigerianische Mafia und italienische Mafia kooperieren

Handel mit Migranten rentabler als Drogenschmuggel

Schwarzafrikanische Asylbewerber in Italien: eine lukrative Beute für die nigerianische und italienische Mafia

Die nigerianische Mafia trägt nach einem Bericht der ›Washington Post‹ maßgeblich zur Verschärfung der sogenannten Flüchtlingskrise in Italien bei. Für die kooperierende italienische Mafia ist der Handel mit Migranten inzwischen rentabler als das Geschäft mit Drogen. Sogar der Pfarrer mischt mit.

Laut ›Washington Post‹ breitet sich die nigerianische Mafia in Italien wie ein Krake aus. Die Schwarzafrikaner seien maßgeblich daran beteiligt, die »Flüchtlingskrise« im Land zu verschärfen. Sie organisieren vor allem den Menschenschmuggel von Afrika nach Europa und nutzen dabei ihr internationales Drogenschmuggel-Netzwerk, enthüllt das renommierte US-Blatt, das sich auf Geheimdiensterkenntnisse stützt.

Die Nigerianer schmuggeln die Menschen nach Italien, bringen sie in den Aufnahmezentren unter, während die italienische Mafia öffentliche Gelder veruntreut und weibliche Flüchtlinge direkt in die Zwangsprostitution in die italienischen Städte entsendet, berichtet ergänzend die britische Zeitung ›Guardian‹.

Schwarzafrikanerinnen müssen als Sexsklaven ihre Schulden abarbeiten

Jede Frau aus Nigeria habe nach der Überfahrt nach Italien Schulden in Höhe von durchschnittlich 60.000 Euro, die sie in der Regel als Sexsklavin abbezahlen müsse. Dazu heißt es im ›Guardian‹: »Eine Zahlung geht an die Personalvermittler in Nigeria, eine Zahlung an die Schleuser und Schmuggler und ein Großteil geht an die nigerianischen Gangmitglieder, die die Mafia aus Neapel, die Camorra oder andere kriminelle Gruppen bezahlen müssen, in deren Hoheitsgebieten die Frauen als Prostituierte eingesetzt werden.«

Migranten als Drogenkuriere

In einer Anfrage an die EU-Kommission schildert ein italienischer EU-Abgeordneter die Zustände in seinem Heimatland: »In Italien – genauer gesagt in Turin – setzt die nigerianische Mafia (insbesondere die Gruppen ›Eiye‹ und ›Maphite‹) ihre kriminelle Gewalt ein, um Migranten und ›Illegale‹ zu zwingen, als Drogenhändler für Drogen aus Kolumbien zu fungieren. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die nigerianischen kriminellen Vereinigungen und ihre Vorgehensweise mit der Zunahme der Migrationsströme aus Nigeria weiterverbreitet wurden. Dieses kriminelle Netzwerk, das pyramidenförmig und hierarchisch aufgebaut ist und je nach Position in der Hierarchie eine monatliche Vergütung erhält (›Don‹, ›Deputy Don‹, ›Chief‹ usw.), befasst sich auch mit dem Menschenhandel und der Ausbeutung von Prostituierten. Die Methoden der Mafia beinhalten auch Gewalt und Vergeltungsmaßnahmen gegen in Nigeria zurückgelassene Familien.«

Nigerianer mischen im Organhandel mit

In einer weiteren Anfrage des italienischen EU-Parlamentariers heißt es: »In Süditalien, an der domitianischen Küste und in der Nähe der Stadt Castel Volturno, werden Ermittlungsoperationen durchgeführt, an denen nicht nur die italienische Polizei, sondern auch das amerikanische FBI beteiligt ist.« Der Abgeordnete weist darauf hin, dass die nigerianische Mafia auch im illegalen Organhandel mitmische.

Cesare Sirignano, Richter bei der nationalen Anti-Mafia-Direktion, bestätigt, dass die nigerianische Mafia in Italien von den italienischen Mafia-Organisationen geduldet wird, weil die Nigerianer bereit seien, einen Teil ihrer Gewinne an die italienische Mafia abzugeben. Solange das so bleibe, sei »die Anwesenheit der nigerianischen Banden für die italienischen Mafia-Gruppen kein Problem«.

Geschäfte zum beiderseitigen Vorteil

Denn inzwischen haben auch die italienischen Mafia-Bosse erkannt, dass der Menschenschmuggel und Handel mit Migranten lukrativ ist. Im Jahr 2014 ergab eine Untersuchung unter dem Namen »Mafia Capitale«, dass eine kriminelle Vereinigung seit Jahren die Stadtregierung von Rom kontrollierte. Die Gruppe, die von den Staatsanwälten als mafiaähnliche Vereinigung definiert wurde, hatte Millionen von Euro für die Finanzierung des öffentlichen Dienstes abgezogen. Die Gruppe infiltrierte landesweit Asylzentren und »handelte« mit Namen und Daten von Migranten, die längst abgetaucht waren, um Neuankömmlingen staatliche Unterstützung zu sichern.

Menschenhandel rentabler als Drogen

Während der Ermittlungen wurde einer der mutmaßlichen Chefs der Gruppe, Salvatore Buzzi, nach der Aufzeichnung eines Telefongesprächs gefasst. Er hatte am Telefon damit geprahlt, wie lukrativ das Geschäft mit Migranten sei. »Haben Sie eine Ahnung, wie viel ich mit Einwanderern verdiene? Die sind rentabler als Drogen«, zitierte der britische ›Guardian‹.

Auch der Pfarrer ist im Geschäft

In Isola di Capo Rizzuto in der Region Kalabrien verhaftete die Polizei sogar den Pfarrer, der mit der Mafia zusammenarbeitete. In der süditalienischen Stadt befindet sich eines der größten italienischen Aufnahmezentren für »Flüchtlinge«. Den Ermittlern zufolge hatte sich der katholische Geistliche an öffentlichen Geldern in Millionenhöhe für die Versorgung der Migranten bereichert.

Auch Deutschland läuft laut Bundesnachrichtendienst (BND) Gefahr, in den Sog der Umtriebe nigerianischer und italienischer Mafiaorganisationen zu geraten. Allein 2018 stieg die Zahl der Asylbewerber aus Nigeria, die über Italien nach Deutschland einreisten, um 30 Prozent. Insgesamt gelangten rund 10.000 dieser Schwarzafrikaner im vergangenen Jahr aus Italien nach Deutschland. (hh/lol)

Drucken