Serie: Die 10 Fehler der Klimaalarmisten

10. Die Klimaalarmisten glauben nicht an die Zukunft

Fanatisierte Jugendliche auf einer Klimademo: Panik ist eine falsche und äußerst gefährliche Haltung, gerade wenn es um ein existenzielles Problem gehen soll

von Markus Schär

»Ich will nicht, dass ihr Hoffnung habt«, ruft die Sechzehnjährige den Spitzenpolitikern und Topmanagern zu. »Ich will, dass ihr in Panik geratet, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre.« Und die Spitzenpolitiker und die Topmanager, die jeden Entscheid von ihren Beratern abklären und durchrechnen lassen, tun so, als glaubten sie, was die minderjährige Prophetin aus Schweden verheißt.

Der Auftritt von Greta Thunberg am WEF in Davos war die wirkungsvollste PR-Aktion in der fiebrig delirierenden Kampagne, die seit einem Jahr läuft. Die Jugendlichen, zumindest in ein paar Ländern der Wohlstandswelt, fürchten angesichts der »größten und komplexesten Herausforderung, der die Menschheit je gegenüberstand« um ihre Zukunft. Und die Erwachsenen, die es besser wissen könnten, schüren ihre Ängste noch. So jetten am 23. September wieder Zehntausende zum UN Climate Action Summit samt anschließender Climate Week nach New York, um zu predigen: Wenn es in den nächsten zwölf Jahren nicht zu einem »bisher nie dagewesenen Effort in allen Sektoren der Gesellschaft« kommt, dann droht der Weltuntergang.

Panik ist die gefährlich falsche Haltung, gerade wenn es wirklich ein existenzielles Problem geben sollte. Das versuchte diese Serie zu zeigen: Einerseits droht nicht der Weltuntergang, den die Klimaforscher im erzwungenen Konsens beschwören; es gibt also keinen Grund zur Panik. Anderseits – wenn sie mit ihren Warnungen richtig liegen sollten – machen ihre »Lösungen« das Problem nur schlimmer; in Panik findet kaum jemand den richtigen Ausweg.

Seit je warnen Propheten vor dem Weltuntergang, allein in den letzten fünfzig Jahren unter anderem wegen der Grenzen des Wachstums, der Zerstörung der Ozonschicht, des Waldsterbens und auch einer Klimaabkühlung (siehe Folge 1). Seit dreißig Jahren fürchtet sich die Uno vor einer Klimaerwärmung – und schon 1988 blieben angeblich nur zwölf Jahre, um die Welt zu retten.

Der Weltklimarat IPCC sollte ursprünglich nur den Politikern eine Übersicht über den Forschungsstand bieten. Stattdessen will er seit dreißig Jahren mit Milliarden an Steuergeldern seine These bestätigen, dass wegen des menschengemachten CO2 eine gefährliche Erderwärmung drohe. Dabei erzielt er kaum Fortschritte; so weiß man immer noch nicht, ob eine Verdoppelung des CO2-Gehalts in der Atmosphäre zu einer Erwärmung von 1,5 Grad (harmlos) oder von 4,5 Grad (gefährlich) führt. Er erzwingt den Konsens, indem er alle alternativen Ansätze unterdrückt und alle kritischen Stimmen erstickt (siehe Folge 4) – also das Gegenteil von Wissenschaft macht.

Auch für das Problem, vor dem er warnt, lässt der IPCC nur eine Lösung gelten; alle Kritiker werden diffamiert: Die Menschen müssten innerhalb von zwölf Jahren ihren CO2-Ausstoss drastisch zurückfahren, indem sie auf Öl, Gas und Kohle verzichten. Diese panische Politik mit Billionen-Kosten erreicht aber ihr Ziel nicht annähernd. Sie macht deshalb, wie der Nobelpreisträger William Nordhaus als führender Klimaökonom vorrechnet, die Welt ärmer, also erst recht verletzlich (siehe Folge 7).

Stattdessen empfiehlt der dänische Politologe Björn Lomborg, sollten wir die wahren Probleme der Menschen lösen und effektive neue Energieformen suchen (siehe Folge 9). Innerhalb weniger Jahre sind mit dem Smartphone die Kommunikation und mit der CRISPR-Technik die Biotechnologie revolutioniert worden. Wir dürfen also darauf vertrauen, dass sich mit etwas mehr Zeit auch intelligente Technologie zum Umgang mit dem Klimawandel findet – falls er sich wirklich als Bedrohung erweist.

Mit ihrem Erfindungsgeist und ihrer Anpassungsfähigkeit haben die Menschen seit zwei Millionen Jahren schon viel komplexere Herausforderungen gemeistert. Vor große Probleme stellte sie tatsächlich der Klimawandel bis hin zu den Eiszeiten – aber immer wegen Abkühlungen, bisher nie wegen einer Erwärmung.

Markus Schär

ist Historiker und Journalist (›NZZ‹, ›Weltwoche‹). Zur Klimadebatte gibt es mehr von ihm zu lesen auf www.cool-down-schweiz.ch.

Folge 1
Folge 2
Folge 3
Folge 4
Folge 5
Folge 6
Folge 7
Folge 8
Folge 9

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