Serie: Die 10 Fehler der Klimaalarmisten

5. Die Klimaalarmisten machen Fehlprognosen

von Markus Schär

Mit solchen Schreckensszenarien machen Klimaalarmisten seit Jahrzehnten Stimmung

»Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben«, fürchtet der Klimaforscher Mojib Latif. Und der ›Spiegel‹ schlägt mit diesem Zitat Alarm – in seiner Ausgabe vom 1. April 2000. Heute blicken wir auf Jahre zurück, in denen Mitteleuropa oft Schneestürme erlebte und bis weit in den Frühling bei Frosteinbrüchen erstarrte. Aber die Klimaforscher schämen sich kein bisschen wegen ihrer Fehlprognosen. Sie basteln sich einfach eine neue Theorie: Auch Schnee im Übermaß und Frost mit Millionenschäden kommen jetzt von der Klimaerwärmung.

Jede Naturwissenschaft (englisch: Science), die diesen Namen verdient, macht Prognosen: Sie stellt Hypothesen auf, beispielsweise wie sich ein Prozess auf einen anderen Prozess auswirkt. Und sie prüft diese Hypothesen in der Realität. Wenn ernstzunehmende Wissenschaftler die vorausgesagte Wirkung im Experiment nicht beobachten oder beim Test mit bereits vorliegenden Daten nicht nachweisen, verwerfen sie ihre Hypothese als falsifiziert, also widerlegt. Das schmerzt den Forscher, nützt aber der Wissenschaft – nur so entwickelt sie sich weiter.

Die Klimaforscher machen es sich einfach. Sie vermeiden meist Prognosen, die sich zu unseren Lebzeiten überprüfen lassen; sie weissagen also, bis Ende des Jahrhunderts könnten (wichtig: immer Konjunktiv!) Küstenstädte untergehen, Tierarten aussterben oder auch nur Zeckenplagen die Menschheit heimsuchen. Und sie verdrängen ihr Geschwätz von gestern, wenn man sie wegen eines allzu kurzfristigen Alarms wie im Fall von Mojib Latif dafür haftbar machen kann. Der Publizist Michael Miersch trägt solche Fehlprognosen unter dem Motto »50 Jahre 5 vor 12« zusammen. Aber die gesammelten Peinlichkeiten hindern keinen Klimaforscher daran, einfach noch schriller Alarm zu schlagen.

Das Geschäft mit der Angst: Panik-Potpourri von Titelseiten des Relotius-Blattes ›Spiegel‹ (Montage: Deutschland Kurier, Quelle: www.spiegel.de)

Dabei ließen sich viele Voraussagen durchaus testen, so etwa die Warnung, die Klimaerwärmung führe zu mehr Naturkatastrophen. Denn die Temperaturen steigen ja schon seit 150 Jahren an, also müssten sich die befürchteten Entwicklungen bereits zeigen. Doch das tun sie nicht. In der Schweiz führt das ETH-Institut WSL eine Datenbank zu den Katastrophenschäden. 2009 stellten die Forscher verblüfft fest: »Da die meisten Wissenschaftler eine Zunahme der Schadenereignisse aufgrund des Klimawandels voraussagen, erscheint das Fehlen eines Trends in unseren Daten erstaunlich.« Und 2018 sagen sie immer noch: »Die Ergebnisse zeigen keinen statistisch signifikanten Anstieg der nominellen Schadensummen pro Jahr. Potenzielle Auswirkungen des Klimawandels auf die Schadensummen ließen sich deshalb nicht erkennen.«

Das gilt nicht nur in der Schweiz, die Milliarden in Schutzmaßnahmen steckt, sondern weltweit. Einer der führenden Experten ist der amerikanische Ökonom Roger Pielke Jr. Er wies nach, dass sich eine Grafik im IPCC-Report von 2007, die eine Zunahme der Katastrophen zeigte, auf frei erfundene Daten stützte. Und er wehrte sich gegen Horrorprognosen, weil er in seinen Studien keine Zunahme von Naturkatastrophen aufgrund des Klimawandels sah – im Gegenteil: In den USA gab es kaum je so wenige Hurrikane und Tornados wie in den letzten zwei Jahrzehnten.

Dies bestätigt inzwischen auch der Weltklimarat. Aber Roger Pielke Jr., der nur seine Erkenntnisse verbreitete, wurde in den Medien und der Politik als »Klimaleugner« verschrien und aus der Klimaforschung vertrieben. Denn sie ist keine Wissenschaft wie jede andere.

Markus Schär

ist Historiker und Journalist (›NZZ‹, ›Weltwoche‹). Zur Klimadebatte gibt es mehr von ihm zu lesen auf www.cool-down-schweiz.ch

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