Serie: Die 10 Fehler der Klimaalarmisten

6. Die Klimaalarmisten treiben eine heuchlerische Politik

von Markus Schär

Klimagipfel in Paris, Dezember 2015: heuchlerisch, ineffektiv, unwissenschaftlich

Alles wird gut. Im Pariser Konferenzsaal fallen sich die Delegierten in die Arme; der glücklose französische Präsident François Hollande feiert seinen größten Erfolg: »In Paris hat es seit Jahrhunderten viele Revolutionen gegeben. Aber heute ist die schönste und friedlichste aller Revolutionen vollbracht worden, die Revolution für den Klimawandel.«

Am 12. Dezember 2015 einigen sich in Paris die Vertreter von 197 Nationen auf ein Abkommen, mit dem sie sich zum Ziel setzen – wie alle seither als Mantra herunterbeten –, »die durchschnittliche globale Erwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen«. Mit diesem »Klimavertrag«, freut sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), habe sich »zum ersten Mal die gesamte Weltgemeinschaft zum Handeln verpflichtet«. Die Welt ist also schon fast gerettet.

An der Theorie des Weltklimarats IPCC, dass die menschengemachten Treibhausgase zu einer gefährlichen Klimaerwärmung führen, gibt es große Zweifel, wie auch in dieser Serie gezeigt worden ist. Die Klimaforscher, die seit dreißig Jahren ihre Theorie durchsetzen, verstoßen gegen die Grundregeln der Wissenschaftlichkeit: Sie sehen bei ihren Studien nur, was ihre These bestätigt; sie mobben Kritiker, die teils bessere Erklärungen vorbringen; sie machen übertriebene Prognosen und schrauben einfach an ihren Daten herum, wenn sie die Realität widerlegt.

Aber angenommen, der IPCC schlägt zu Recht Alarm: Wenn die Menschheit weiter Öl, Gas und Kohle verbrennt, also CO2 ausstößt, erwärmt sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts so stark, dass die Apokalypse droht. Lässt sich mit dem »Klimavertrag« etwas dagegen machen? Die Antwort ist: Nein – und das wissen auch alle Heuchler, die sich am 12. Dezember 2015 in Paris selbst feiern.

Das Pariser Abkommen ist kein Vertrag. 1997 nahm sich die Staatengemeinschaft in Kyoto erstmals vor, den CO2-Ausstoß zurückzufahren. Präsident Bill Clinton brachte in den USA dieses Protokoll aber nicht durch, weil er im Senat eine Zwei-Drittel-Mehrheit gebraucht hätte. Präsident Barack Obama vermied darum mit juristischen Spitzfindigkeiten, dass das Abkommen zum Vertrag wurde, den er hätte genehmigen lassen müssen. Sein Nachfolger Donald Trump konnte es deshalb einfach aufkündigen.

Das Pariser Abkommen sieht keine Sanktionen vor. Es gibt keine Möglichkeit, Staaten zu bestrafen, die ihren hehren Versprechen nicht nachkommen. Das macht aber nichts, weil einige der größten Verursacher von CO2 gar keine Verpflichtungen eingehen mussten. China, das seit dem Jahr 2000 zwanzigmal so viel zusätzliches CO2 erzeugte, wie Deutschland einsparte, muss seinen Ausstoß erst ab 2030 begrenzen – dann geht die Bevölkerung zurück.

Das Pariser Abkommen setzt ein unmögliches Ziel. Das Begrenzen der Erwärmung auf zwei Grad lässt sich nicht wissenschaftlich herleiten, sondern ist politisch festgelegt, wie etwa Oliver Geden stets betont, der für die Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin forscht. Er meint »recht zuversichtlich, dass wir bis 2030 eine Umkehr bei den globalen Emissionen erreichen können«. Mit den geltenden Zielen des Pariser Abkommens sei das aber »nicht kompatibel«.

Das Pariser Abkommen bringt nichts. Selbst wenn alle Staaten ihre Versprechen hielten, rechnet der dänische Ökonom Björn Lomborg vor, würden sie damit nur ein Prozent der Einsparungen machen, die es zum Einhalten der 2-Grad-Grenze bräuchte. Das Ziel ist unmöglich zu erreichen – also zogen die vereinigten Klimaretter die aus ihrer Sicht einzig mögliche Konsequenz: Sie verschärften letztes Jahr das Ziel weiter: Die globale Erwärmung soll statt maximal 2 nun maximal 1,5 Grad betragen!

Markus Schär

ist Historiker und Journalist (›NZZ‹, ›Weltwoche‹). Zur Klimadebatte gibt es mehr von ihm zu lesen auf www.cool-down-schweiz.ch

Folge 1

Folge 2

Folge 3

Folge 4

Folge 5

Drucken