Serie: Die 10 Fehler der Klimaalarmisten

8. Die Klimaalarmisten setzen auf ungeeignete Technologien

Kernkraftwerk Grohnde an der Weser: Die von grün-links verteufelte Atomenergie ist eine wich-tige Ergänzung zu Kohle-, Wind- und Solarenergie

von Markus Schär

Sie argwöhnen, die harte Regierungschefin wolle mit ihren Warnungen vor dem Verbrennen von Kohle und Öl nur die Gewerkschaften der Bergarbeiter schwächen und die Atomkraft fördern, die einen »umwelttechnisch sicheren« Ausweg eröffne.

Für Länder, die nicht über viel Wasserkraft verfügen wie die Schweiz, bietet die Atomkraft noch heute die einzige Möglichkeit, die Grundversorgung von Wirtschaft und Haushalten mit Strom zu garantieren, ohne das angeblich klimaschädliche CO2 zu erzeugen. Aber Kernkraftwerke gelten aufgrund einiger Un- und Störfälle schon seit den 1970er-Jahren als des Teufels. Die Grünen und Linken aber lehnen Atomkraft vorwiegend aus ideologischen Gründen ab: Sie kämpfen gegen die Macht der Wirtschaft, die sich in ihrer Energieversorgung zu ballen scheint.

Die Katastrophe im japanischen Fukushima am 11. März 2011, als ein Tsunami zu über 18.000 Toten und zur Kernschmelze im Atomkraftwerk führte, war denn auch im 9.000 Kilometer entfernten Deutschland der Anlass, die »Energiewende« einzuleiten: Eines der führenden Industrieländer der Welt will innerhalb weniger Jahre aus der Atomkraft aussteigen und für seine lebenswichtige Stromversorgung auf Sonne und Wind vertrauen.

Die Sonne und der Wind liefern mehr Energie als die Menschheit braucht, jubeln die Grünen. Und wenn die Anlagen einmal stehen, machen sie den Strom angeblich gratis. Doch das erweist sich als Träumerei, denn nur mit Sonne und Wind lässt sich ein hochentwickeltes Industrieland nicht versorgen. Beim Strom muss das Angebot in jeder Sekunde der Nachfrage entsprechen, sonst bricht das Netz zusammen. Die Sonne scheint und der Wind weht aber unregelmäßig, schlecht voraussagbar.

Damit in Deutschland nicht flächendeckend die Lichter ausgehen – wozu es schon mehrmals beinahe kam –, müssen deshalb weiterhin Kohlekraftwerke bereitstehen, die bei Windflauten oder Wolkenfeldern den benötigten Strom liefern. Und wenn umgekehrt zu sonnigen oder windigen Zeiten ein Überangebot herrscht, muss Deutschland den Strom zum Beispiel mit dem Beheizen von Gleisanlagen vernichten oder die Nachbarländer für das Entsorgen bezahlen.

Seit der Energiewende erreicht deshalb Deutschland die Ziele nicht mehr, die es sich im Kampf gegen den Klimawandel gesetzt hat: 2017 stand der Ausstoß von Treibhausgasen auf der gleichen Höhe wie 2011 – mit Atomkraftwerken läge er um 18 Prozent darunter, also auf Kurs.

Dazu kommt, dass auch die Alternativenergien Umweltschäden verursachen wie den Sondermüll von Solaranlagen oder das Vogelgemetzel von Windrädern. Und eine Geistesverwirrung: Kürzlich sagte die ehemalige grüne Bundesministerin Renate Künast in der ›Zeit‹, der Atomunfall in Fukushima habe gezeigt, »dass man den Klimawandel nicht aufhalten kann«.

Solche Aussagen zeigen: Es geht nicht um Lösungen für ein Problem, wie sie auch die entwicklungsfähige Nukleartechnologie bieten könnte, sondern um Ideologie. Davor warnte aber Margaret Thatcher schon in ihrer Rede von 1989: Die Veränderung des Klimas biete »einen fantastischen Vorwand für einen weltweiten, supranationalen Sozialismus, da sie nicht anders als auf einer globalen Ebene angegangen werden kann«.

Markus Schär ist Historiker und Journalist (›NZZ‹, ›Weltwoche‹). Zur Klimadebatte gibt es mehr von ihm zu lesen auf www.cool-down-schweiz.ch .

Folge 1
Folge 2
Folge 3
Folge 4
Folge 5
Folge 6
Folge 7

Drucken