Söder lackiert die CSU grün

Tacheles aus NRW

Alexander von Wrese

Die CSU musste leidvoll erkennen, dass sie die an die AfD verlorenen Wähler nicht zurückgewinnen kann. Zu fadenscheinig ist der von reinem Parteiopportunismus diktierte Rückgewinnungsversuch. Der bayerische Wähler lässt sich nicht für dumm verkaufen. Politische Sensibilität und Scharfsinn vertragen sich sehr wohl mit Lederhose und Trachtenhemd.

Auch schon Herr Seehofer mit seinem Wortgetöse von Innerer Sicherheit und Schutz der Grenzen unseres Landes gegen wild-chaotische Einwanderung ist in seiner Glaubwürdigkeit am bayerischen Wähler gescheitert. Die Wahlniederlage bei den Landtagswahlen 2018 in Bayern ist ein beredtes Beispiel dafür.

Zu offensichtlich war für die Wähler, dass es sich bei den inhaltlichen Vorstößen nur um heiße Luft und Spiegelfechterei handelte – hätte es die CSU-Spitze ernst gemeint, wäre eine Trennung von der Merkel-CDU der einzig überzeugende Schritt gewesen. Dazu fehlte der CSU der nötige Schneid.

Ein Berg kreißte und gebar eine Maus, wie schon ein deutsches Sprichwort treffend solche Großsprecherei charakterisiert.

Nun sollte Markus Söder, politischer Ziehsohn von Horst Seehofer, richten, was sein Meister in Unterschätzung des bayerischen Wählers verpatzt hatte. Ihm wurde nun die Aufgabe zuteil, neue Wählergruppen für die CSU zu gewinnen. Unter dem opportunistisch agierenden neuen Ministerpräsidenten hat man sich nun offenkundig damit abgefunden, dass die an die AfD verlorenen ehemaligen CSU-Wähler nicht mehr zurückgewonnen werden können. Stattdessen lackiert Söder die CSU jetzt grün und läuft den linksliberalen urbanen Milieus hinterher.

Das hilflos wirkende Unterfangen verdeutlicht die Verzweiflung der CSU und zeigt zugleich die grenzenlose politische Naivität Söders auf. Denn auch die grün-geneigten Wähler werden das Original bevorzugen und keine billige Kopie. So wird das mit der bayerischen Union nichts mehr: Aufgabe von Grundsätzen, Prinzipienlosigkeit, ein Steuermann, der in unruhigen Wassern einmal nach links und einmal nach rechts abweicht und seinen Kurs nicht halten kann und damit seiner Aufgabe als Parteiführer nicht gerecht wird.

Das Erfolgsrezept der AfD hingegen ist ein klares Parteiprogramm, starke politische Vertreter, die es nicht für nötig halten, im linksliberalen, grünen Milieu um Stimmen zu buhlen. Prinzipienfestigkeit, keine Wetterwendigkeit, klare Orientierung an den parteipolitischen Zielen wie eines sozialen, souveränen Deutschlands in gesicherten Grenzen mit Selbstbestimmung nach innen und Verantwortung nach außen stellen die Grundlagen einer modernen bürgerlich-patriotischen Rechtsstaatspartei dar.

Alexander von Wrese

40 Jahre, verheiratet, 2 Kinder, Rechtsanwalt in Düsseldorf, Kreisvorsitzender AfD Mülheim/Ruhr, stv. Vorsitzender der Juristenvereinigung in der AfD

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