»Sofort in Abschiebehaft und dann raus«

Die spitze Feder aus Sachsen

Johannes Schüller

Es ist der blanke Horror: Am Abend des 21. September, gegen 21 Uhr, schlug ein mutmaßlicher Marokkaner in der sächsischen Kleinstadt Hainichen gnadenlos zu! Der 30-jährige Mann, der zuvor wohl die ganzen Schwächen des deutschen Asylrechts voller Genuss auskosten durfte, soll eine 19-jährige Altenpflegerin überfallen und brutal begrapscht haben. Das verzweifelte Opfer schrie um Hilfe, der skrupellose Täter ergriff rasch die Flucht. Mit Biss- und Kratzwunden wird die Altenpflegerin ins Krankenhaus eingeliefert. Eine Vergewaltigung blieb der heimgesuchten Frau wahrscheinlich nur knapp erspart!

AfD-Anfrage enthüllte Hintergründe

Gerade vor diesem Hintergrund erscheinen so manche Entscheidungen der Justiz wie bitterer Hohn. Denn der zuständige Staatsanwalt hat den – noch in derselben Nacht festgenommenen – Marokkaner wenige Stunden später auf freien Fuß gesetzt! Doch es kommt noch dicker: Nach einer AfD-Anfrage musste nun der sächsische Innenminister Roland Wöller (CDU) – vermutlich zähneknirschend – eingestehen, dass man den polizeibekannten Mann bereits 2016 hätte abschieben können. »Ich kann nicht verstehen, wie leichtfertig noch immer vermeidbare Straftaten in Kauf genommen werden. Abgelehnte, ausreisepflichtige Asylbewerber müssen sofort und konsequent in ihre Heimatländer zurückgeführt werden«, empörte sich nun der mittelsächsische AfD-Landtagsabgeordnete Rolf Weigand mit Fug und Recht.

Weil ein hoch bezahlter CDU-Innenminister, der mit dem Spruch »Stark für unsere Heimat« wirbt, offenbar untätig blieb, musste eine 19-jährige Altenpflegerin die wohl schlimmste Nacht ihres Lebens erdulden. Einfach unfassbar! Einem altgedienten SPD-Politiker platzte bei so viel Ungerechtigkeit jetzt der Kragen. »Das war eine versuchte Vergewaltigung«, erklärte der Hainicher Bürgermeister und Sozialdemokrat Dieter Greysinger gegenüber der ›Bild‹-Zeitung. Greysinger unterstreicht: »Der Mann war vorbestraft, hatte erst drei Wochen vorher einen anderen Mann mit einem Messer bedroht. Aber der Staatsanwalt sagte was von keine Fluchtgefahr, keine Verdunklungsgefahr, keine Wiederholungsgefahr.« Nachdem der seit 15 Jahren in Hainichen regierende Bürgermeister gemäß ›Bild‹-Zeitung »Druck auf höherer Ebene« gemacht habe, sei der brutale Asylant erneut festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden.

SPD-Mann gegen Asyl-Albtraum

Nun fordert Greysinger: »Wenn ein Asylantrag abgelehnt wird, gehört der Mensch unverzüglich in seine Heimat abgeschoben. Wenn er dann auch noch Straftaten verübt, muss er sofort in Abschiebehaft gesteckt werden und dann raus.« Solche frommen Wünsche dürften indes bei seinen SPD-Genossen in Dresden und Berlin auf wenig Gegenliebe stoßen. Dabei stimmten zur Bürgermeisterwahl 2018 ganze 79,4 Prozent der Wähler für Greysinger. Zweifelsohne: Von ihm könnte die – im Willkommensrausch ziellos und bar jeder Volksnähe umher taumelnde – Bundes-SPD noch viel lernen.

Johannes Schüller

ist Journalist und Publizist. Er baute zuletzt als Online-Chefredakteur die Netzausgabe der österreichischen Zeitung ›Wochenblick‹ auf. Nach einem längeren Aufenthalt in Österreich lebt er nun wieder in seiner sächsischen Heimat.

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