SPD-Chaos verschafft Kramp-Karrenbauer Atempause

Die Krisengewinnlerin

Ein Sprichwort sagt: »Wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.« Das SPD-Chaos ist für CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer ein Geschenk des Himmels – sie profitiert als Krisengewinnlerin.

Vernichtendes Zeugnis von Wirtschaftsexperten, desaströse Umfragewerte: Da kommt die SPD-Krise für CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer wie gerufen

Ein »Krisengewinnler« ist eine Person, die aus einer Krise oder in deren Schatten einen Vorteil daraus für sich zieht. Ein klassischer wirtschaftlicher Krisengewinnler ist derzeit Gold. Das Edelmetall profitiert von der weltweit einbrechenden Konjunktur, der Angst vor internationalen Handelskriegen und von den hohen Staatsverschuldungen nicht nur in den USA. Ein politischer Krisengewinnler ist der Merkel-Klon Annegret Kramp-Karrenbauer (Politkürzel: »AKK«). Das heillose SPD-Chaos verschafft ihr eine Atempause.

Es ist nicht einmal eine Woche her, da stand die CDU-Vorsitzende nach dem historischen Europawahl-Debakel der Union im Kreuzfeuer der Kritik. Eigentlich müsste der Merkel-Klon Andrea Nahles (SPD) auf den Knien rutschend danken. Denn deren Rücktritt lenkte – zumindest vorläufig – das Augenmerk der Mainstream-Medien auf das Führungschaos der Genossen.

»Das Parfüm der Siegerin ist verflogen«

Dabei ist es um die dahinsiechende Union nicht viel besser bestellt. Die aktuellen Umfragewerte für die CDU-Vorsitzende sind desaströs:

► Fast zwei Drittel der Wähler halten Kramp-Karrenbauer nicht für die Richtige, um die Union in die Zukunft zu führen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts »Emnid« für ›Bild am Sonntag‹. Demnach trauen 62 Prozent der Befragten der Saarländerin nicht zu, die Union wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Dass sie es schaffen könnte, glauben nur noch 17 Prozent.

Der Publizist Gabor Steingart konstatiert in seinem »Morning Briefing«: »Das Parfüm der Siegerin, das sie noch auf dem Parteitag im Dezember umwehte, ist verflogen.«

Mindestens genauso verheerend ist für die Union, wie die CDU-Vorsitzende in der Wirtschaft ankommt bzw. besser: nicht ankommt.

»AKK hat von Wirtschaft keine Ahnung«

Das schlechte Wahlergebnis der Union bei der Europawahl komme »nicht aus heiterem Himmel«, sagt Familienunternehmerin Astrid Hamker, die am 4. Juni zur neuen Chefin des CDU-Wirtschaftsrates gewählt wurde, im ›Handelsblatt‹.

»Schrauben-Milliardär« Reinhold Würth bescheinigte AKK in der ›Bild‹-Zeitung: »Sie hat von Wirtschaft nicht viel Ahnung und das elegante, glatte Parteipolitikreden haben wir genug im Land.«

Auch Martin Richenhagen, Vorstandschef von »AGCO« in Atlanta, kann sich für die Regierungspartei CDU nicht mehr erwärmen. Der erfolgreichste deutsche Manager in den USA ist CEO bei einem der größten Agrartechnik-Konzerne der Welt – der unter seinem Dach auch die Marken »Fendt« und »Massey Ferguson« vereint. Im Interview für den »Morning Briefing Podcast« von Gabor Steingart redet er Klartext: »Ich halte Annegret Kramp-Karrenbauer weder für visionär, noch erwarte ich von ihr unglaubliche Impulse. Inhaltlich wird ihr zu wenig einfallen, um Deutschland wirklich nach vorne zu bringen.«

Steingarts vernichtendes Fazit: »Die CDU-Funktionäre in Präsidium, Vorstand und Fraktion sollten sich über die Tiefe und Breite dieser Anti-AKK-Bewegung nicht täuschen. Die Frau stößt bei der Jugend auf Ablehnung, im Bürgertum auf Desinteresse und bei der Wirtschaftselite auf Befremden. Auf diesem Fundament lässt sich keine neue Kirche bauen.«

BDI rechnet mit der GroKo ab

Ins Bild fügt sich, dass der »Bundesverband der Deutschen Industrie« (BDI) kein gutes Haar an der Wirtschaftspolitik der Chaos-GroKo, und damit auch und vor allem der den Wirtschaftsminister stellenden CDU, lässt: »Die Regierungspolitik schadet den Unternehmen«, erklärte BDI-Präsident Dieter Kempf auf dem Verbandskongress in Berlin, und das in Anwesenheit von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Heftiger konnte die Ohrfeige kaum knallen: »Die wirtschaftliche Lage wird zunehmend zum Risiko, viele Probleme sind hausgemacht.« Wie hausgemacht, geht aus einer Managerbefragung der Beratungsfirma »Ernst & Young« (EY) hervor:

Demnach haben ausländische Investoren ihr Engagement in Deutschland im vergangenen Jahr um 13 Prozent reduziert. »Deutschland ist nicht mehr Wachstumsmotor der europäischen Wirtschaft«, deutete EY-Deutschlandchef Hubert Barth das Ergebnis. Es seien dringend wieder eine positive Dynamik und neue Wachstumsimpulse nötig.

Mit anderen Worten: Deutschland braucht endlich eine bürgerliche Regierung mit AfD-Beteiligung und keine Jamaika-Experimente oder gar rot-rot-grüne Sperenzchen! (hh/lol)

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