›Stern‹ gewinnt den Relotius-Pokal

Was früher mal der sozialistische Klassenstandpunkt war, ist heute die »Haltung«. Haltungsjournalisten schreiben nicht einfach auf, was ist, sie haben eine Mission. Sie basteln die Welt zurecht, wie sie zu sein hat, damit das dumme Volk kapiert, wie es zu denken hat.

St. Relotius ist der Schutzpatron aller Haltungsjournalisten. Keiner konnte so schön politisch korrekte Märchen erzählen. Der »Spiegel‹, dessen Seiten er fleißig damit gefüllt hatte, hat ihn zum gefallenen Engel gemacht. Das finden wir gemein. Denn es gibt doch so viele kleine Relotiusse da draußen in den Redaktionsstuben und Funkhäusern, die ihrem großen Säulenheiligen fleißig nacheifern.

Die gelehrigsten von ihnen ehrt der Deutschland Kurier künftig allmonatlich mit dem »Relotius-Pokal«.

Und wer wäre ein würdigerer erster Preisträger als der »Stern‹, das Fachblatt für angewandte Hitler-Besessenheit und Nazi-Paranoia? Jenes Magazin, das uns mit der grandiosen Märchengeschichte der erfundenen »Hitler-Tagebücher« beglückt hat, dem Urahn aller Relotiaden?

Vom Hitler-Wahn kann der ›Stern‹ trotz dieses Reinfalls nicht lassen. Nichts eignet sich nämlich besser zum knalligen Einsortieren der Welt in schwarz und weiß, gut und böse ohne störende Zwischentöne und Differenzierungen als ein deftiger Nazi-Hinweis mit dem Holzhammer.

Zum Beispiel auf dem Titelblatt der Ausgabe vom 24.8.2017: Donald Trump, mit ausgestrecktem Arm in ein Sternenbanner gehüllt, und unter der Schlagzeile »Sein Kampf« die Stichworte »Neonazis, Ku-Klux-Klan, Rassismus« – das muss genügen, um aus dem von einer Mehrheit der US-Amerikaner gewählten Präsidenten den Gottseibeiuns zu machen.

Aber warum in die Ferne schweifen. »Ihr Kampf«, variiert die Ausgabe vom 24. Januar mal wieder den Dauerbrenner-Titel des Hitler-Buchs; schön in Frakturschrift, damit auch keiner auf den Gedanken kommt, es könnte womöglich Mutti Merkels Kampf gegen die Vernunft und die eigenen Bürger gemeint sein.

Der Relotius-›Spiegel‹ hat diesen Kniff letzten Sommer auch schon benutzt, um mal eben ganz »Sachsen« mit einem Farbverlauf in ekelbraune Frakturlettern zu diffamieren. Der Kampf-›Stern‹ legt da noch einen drauf: Ganz Deutschland steht kurz vor der Machtergreifung durch Rechtsextreme, hämmert uns die Titelstory ein.

Freche Jungnazis, die Andersdenkende auf dem Schulhof verprügeln, verschworene »Rechte«, die arglose Vereine unterwandern und an Schulen und Bildungseinrichtungen wackere linke Lehrer einschüchtern, finstere AfD-Gesellen, die unseren grünlinken Volkspädagogen dreist in den Parlamenten widersprechen und braven kulturmarxistischen Agitatoren die Staatsknete streichen wollen – man kennt es ja aus dem alltäglichen Erleben, dieses Klima der Angst, das die neuen Nazis landauf, landab verbreiten.

Oder doch nicht? Wir Naivlinge hatten doch tatsächlich gedacht, es wären ganz andere Leute als »die Rechten«, die unser Land verändern, Innenstädte mit Betonklötzen abriegeln, Frauen wie Freiwild behandeln, das Internet zensieren, Hexenjagden veranstalten, die Infrastruktur verfallen lassen und unser Geld an multikulturelle Siedler aus aller Herren Länder verteilen.

Da hat uns der ›Stern‹ ja gerade noch rechtzeitig die rosarote Brille wieder aufgesetzt und uns die wahre Gefahr gezeigt. Danke dafür, und herzlichen Glückwunsch zum Relotius-Pokal!

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