Stromnetz drohte zu kollabieren

Blackout nur knapp abgewendet

Öko-Strom gefährdet die Versorgungssicherheit: Das deutsche Elektrizitätsversorgungssystem ist äußerst labil

Im deutschen Stromnetz ist es im vergangenen Monat gleich mehrfach zu »kritischen Zuständen« gekommen. Ein Blackout konnte nur durch Einspeisung von Atom- und Kohlestrom aus den Nachbarländern verhindert werden.

»Im deutschen Elektrizitätsversorgungssystem sind in den vergangenen Tagen signifikante Systembilanzabweichungen aufgetreten, welche die Systemsicherheit gefährden«, heißt es in einer Mitteilung der Netzbetreiber, über welche die ›Frankfurter Allgemeine Zeitung‹ (Dienstagsausgabe) berichtet. »Die Lage war sehr angespannt und konnte nur mit Unterstützung der europäischen Partner gemeistert werden«, bestätigten die vier Netzbetreiber der ›FAZ‹.

Als Konsequenz aus den Turbulenzen, die das gesamte europäische Stromnetz in Mitleidenschaft gezogen hätten, verdoppelten die Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und Transnet-BW die vorgehaltene sogenannte Minutenreserve für kurzfristige Stabilisierungsmaßnahmen.

Grund für die Turbulenzen, die zuletzt am Dienstag vergangener Woche aufgetreten waren, war, dass dem Netz mehr Strom entzogen als wieder eingespeist wurde. Das Defizit habe an drei Tagen im Juni »jeweils zu einem Absinken der Netzfrequenz im gesamten europäischen Verbundnetz geführt«. Die Ursache für die Unterdeckung sei »noch nicht eindeutig geklärt«, teilte die Bundesnetzagentur auf Anfrage mit.

Sie führt die Aufsicht über die Netzbetreiber. Die sorgfältige Analyse bedürfe weiterer Daten, die noch nicht vorlägen. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis der Energiewende-Irrsinn im großen Blackout endet.

Unterdessen reagieren die Versorger auf die wachsende Gefahr von Hackerangriffen auf die Stromversorgung in Deutschland. Der größte deutsche Stromnetzbetreiber Innogy in Essen eröffnete diese Woche ein Trainingszentrum, in dem die Abwehr digitaler Attacken geübt wird. (lol)

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